Die hochsommerlichen Temperaturen machen vielen Menschen zu schaffen. Nicht nur ältere Semester ächzen unter der Hitze, sondern offenkundig auch Schülerinnen und Schüler, die morgens um 9 Uhr bei 29 Grad im Klassenzimmer versuchen, sich auf den Lernstoff zu konzentrieren. Dieser Umstand ist an den SPD-Landtagskandidaten Paul Stucki herangetragen worden, der jetzt zusammen mit der Schulausschuss-Vorsitzenden Hanna Gewinner (SPD) eine langfristige Strategie fordert, um die Moerser Schulen hitzefest zu machen.

Täglich (außer Samstag)
Moers-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!
Nachrichten, Service, Reportagen: Jeden Tag wissen, was in unserer Stadt los ist.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
„Wenn sich Klassenräume bereits am frühen Morgen so stark aufheizen, beeinträchtigt das konzentriertes Lernen und gesundes Arbeiten“, wird Gewinner in einer Mitteilung an die Redaktion zitiert. „Wir dürfen uns nicht jedes Jahr aufs Neue von hohen Temperaturen überraschen lassen. Wir müssen wissen, welche Schulen und Räume besonders betroffen sind und wo kurzfristige oder bauliche Maßnahmen notwendig sind.“
Das soll im Moerser Ausschuss diskutiert werden
Das Thema will sie nun im Schulausschuss diskutieren lassen. Die Stadtverwaltung soll darstellen, so heißt es, wo an den Moerser Schulen besondere Wärmebelastungen bekannt sind, welche Schutzmaßnahmen bereits bestehen und an welchen Standorten weiterer Handlungsbedarf besteht.
Ende der vergangenen Woche kamen die ersten amtlichen Warnungen vor Hitze. Am Donnerstag, 18. Juni, wurde die 30-Grad-Marke geknackt, am Freitag wurde es noch heißer. Das hatte bereits erste Auswirkungen auf den Schulbetrieb, die sich bis in diese Woche zogen. So gab es an verschiedenen Schulen nach der vierten Stunde hitzefrei und Schulstunden wurden verkürzt.
Weitere aktuelle Nachrichten aus Moers, Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn:
- Händler verzweifeln an Dauerbaustelle in Moers: „Kurz davor, pleite zu gehen“
- Jubiläum: Felgenhof-Chef verrät Erfolgsrezept – „Gut zu kochen, reicht nicht“
- Finanzkrise in Neukirchen-Vluyn: „Steuererhöhungen lassen sich nicht vermeiden“
- Besonderer Klub für Frauen in Moers: „Unsere Älteste ist schon seit 1962 dabei“
- Und hier bekommen Sie alle News im Überblick.
Die Debatte um das Thema Hitzefrei greift für Paul Stucki zu kurz, auch wenn es an einzelnen Tagen notwendig sein könne. „Es ist aber kein nachhaltiger Hitzeschutz und löst auch nicht die Frage des Arbeitsschutzes für Lehrkräfte und weitere Beschäftigte“, unterstreicht er. Es gehe darum, die Schulen fit für die Zukunft zu machen.
Zur Person
Paul Stucki war im Mai von den SPD-Ortsvereinen aus Moers und Neukirchen-Vluyn zum Kandidaten für die Landtagswahl 2027 gewählt worden. Der 27-Jährige ist seit rund sechs Jahren in Moers kommunalpolitisch im Sport- und Schulausschuss aktiv. Beim FC Rot-Weiss Moers engagiert er sich seit seiner Jugend und ist dort seit vier Jahren Vorsitzender. Bildung ist für ihn eines der wichtigen Themen. „Wenn Kitas, Schulen und Kommunen funktionieren sollen, dann muss das Land auch die Voraussetzungen dafür schaffen. So kann es mit seinen Städten nicht weiter umgehen“, hatte er seinerzeit gesagt.
An der Stelle kommt das Land NRW ins Spiel. Denn: Das Land ist Arbeitgeber und Dienstherr der Lehrkräfte und trägt infolgedessen Verantwortung für deren Arbeits- und Gesundheitsschutz. Die Kommune ist als Schulträger für die Gebäude zuständig. Mithin sehen Gewinner und Stucki Stadt und Land in der Verantwortung.
So lautet die Forderung der Moerser Politiker
„Diese geteilte Zuständigkeit darf nicht dazu führen, dass Verantwortung hin und her geschoben wird“, betont Stucki. „Das Land kann sich nicht darauf zurückziehen, dass die Gebäude den Kommunen gehören. Gleichzeitig müssen die Städte finanziell in die Lage versetzt werden, notwendigen Hitzeschutz umzusetzen.“
Keine Nachrichten mehr aus Moers verpassen:
- Mit unserem Moers-Newsletter kommen die wichtigsten Artikel des Tages jeden Abend direkt ins Mail-Postfach. Hier geht’s zur kostenlosen Anmeldung!
- Folgt der Moerser Redaktion jetzt auch bei WhatsApp und Instagram!
Stucki und Gewinner fordern deshalb eine systematische Bestandsaufnahme an den Moerser Schulen, klare Hitzeschutzpläne für besonders heiße Tage und ein Förderprogramm des Landes für den sommerlichen Wärmeschutz bestehender Schulgebäude. Bei Neubauten und Sanierungen müsse an den Hitzeschutz gedacht werden, damit Lernen und Arbeiten auch in längeren Hitzeperioden möglich blieben.
Schulsanierungs- und Bauprojekte gibt es derzeit einige in Moers. So beispielsweise den Bau am Gymnasium Filder Benden, von dessen Hauptgebäude der Schulleiter im November vergangenen Jahres im Gespräch mit der Redaktion sagte, es sei energetisch eine Katastrophe. Ferner stehen unter anderem die Anne-Frank-Gesamtschule, die Pattberg-Realschule oder etwa auch die Grundschule Annastraße auf dem Programm der Stadt.
sovo




