Wer ein gebrauchtes Einfamilienhaus in Moers kaufen möchte, muss immer tiefer in die Tasche greifen: Ein freistehendes Eigenheim wurde im ersten Halbjahr 2026 für durchschnittlich 500.000 Euro angeboten. Damit ist der Preis seit Jahresbeginn um 13 Prozent gestiegen, schreibt die LBS Landesbausparkasse NordWest in einer Mitteilung an die Redaktion. Beim Kaufpreis reiche die Spanne von 367.000 bis 640.000 Euro. Im Kreis Wesel lag der mittlere Preis bei 489.000 Euro, was laut LBS-Gebietsleiter Dennis Böhm einem Anstieg von neun Prozent entspricht.
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Über den Preis einer Immobilie entscheide neben der Lage immer stärker die Energiebilanz, denn es kämen zunehmend Objekte der 60er bis 80er Jahre auf den Markt. Zwar müssen Käufer laut neuem Gebäudemodernisierungsgesetz nicht mehr sofort investieren. Dennoch sollten sie die perspektivischen Kosten für die energetische Sanierung einrechnen, rät der hiesige Experte.
Preise für gebrauchte Wohnungen in Moers steigen um sechs Prozent
„Das sollten auch die Verkäufer bei ihren Preisvorstellungen berücksichtigen“, meint Dennis Böhm. Denn nähern sich die Gebrauchtpreise zu sehr dem Neubau an, würde sich der Käufer möglicherweise gleich für den Neubau mit deutlich niedrigeren Betriebskosten entscheiden. Ein neu gebautes, freistehendes Einfamilienhaus koste im Kreis Wesel derzeit durchschnittlich 490.000 Euro. Basis der Zahlen ist die empirica Preisdatenbank.
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Durch die alternde Bevölkerung und immer mehr Single-Haushalte seien auch gebrauchte Wohnungen zunehmend gefragt. Bei einer Größe von 80 Quadratmetern liegen die Preise in Moers im ersten Halbjahr 2026 laut LBS bei durchschnittlich 209.400 Euro (plus sechs Prozent). Pro Quadratmeter sind das 2620 Euro, die Bandbreite reicht demnach von 2070 bis 3110 Euro. Der mittlere Vergleichswert im Kreis Wesel liege bei 2420 Euro und sei seit Jahresbeginn um vier Prozentpunkte gestiegen.
Eigenkapital beim Hauskauf inzwischen wichtiger als Finanzierungskosten
Wohnungen und Häuser sind bekanntlich eine große Investition. Da aber die Mieten derzeit deutlicher steigen als die Immobilienpreise, seien die Finanzierungskosten für viele grundsätzlich weiter tragbar. Dennis Böhm: „Die neue Herausforderung ist das Eigenkapital, das in der Regel 20 Prozent des Anschaffungspreises betragen sollte – bei 500.000 Euro für ein gebrauchtes Eigenheim in Moers also rund 100.000 Euro.“ Das habe auch der Staat erkannt: Beim Ansparen und später auch bei der Tilgung hilft ab 2027 die neue staatliche Eigenheimrente im Rahmen der gerade beschlossenen Altersvorsorgereform, erklärt die Landesbausparkasse. Deren Grundzulagen steigen von 175 auf bis zu 540 Euro pro Jahr, dazu kommen bis zu 300 Euro je Kind. Berechtigt sind künftig auch Selbstständige und Freiberufler.


