Zusammenfassung

  • In Essen unterstützt das Ronald McDonald-Haus Familien mit schwerstkranken Kindern, indem es ihnen nahe der Uniklinik ein Zuhause auf Zeit bietet. Zwei Mülheimerinnen engagieren sich dort ehrenamtlich.
  • Der Mülheimer Verein „Hard for Kids“ sammelt Spenden, um das Haus sowie weitere Einrichtungen für erkrankte Kinder zu unterstützen.
  • Dem Verein kommt die nächste Spendenrunde der traditionellen Jolanthe-Benefizaktion der Mülheimer Redaktion zugute, für die Leserinnen und Leser spenden können.

Grau in allen Schattierungen dominiert, wenn man sich den Weg durch Essen bahnt, vorbei am Haupteingang des Uniklinikums und schließlich durch die Anliegerstraßen kurvt, vorbei an großen, unpersönlich wirkenden Gebäuden, allesamt auf medizinische Zweckmäßigkeit ausgelegt, von Notaufnahme ist da zu lesen oder von Chirurgie. Trostlos erscheint das Gelände der Uni-Klinik, ein Haus höher als das andere, das nächste noch grauer als das davor. Biegt man dann aber ab in eine kleine Straße, scheint ein Torbogen in eine andere Welt zu führen.

Dahinter, abgeschirmt durch eine strahlendgelbe Gartenmauer: das farbenprächtige Ronald McDonald-Haus. Ein Ort, nur einen Steinwurf von der dringend notwendigen, aber zumeist steril eingerichteten Spitzenmedizin entfernt. In dem kunterbunten Gebäude können Eltern mit ihren schwerstkranken Kindern wohnen, zumeist jene, die weiter weg leben, aber mit ihrem Sohn oder ihrer Tochter geraume Zeit am Essener Uniklinikum verbringen müssen.

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Ronald McDonald-Haus: Hoher Bedarf und starke Unterstützung durch Spenden - auch aus Mülheim

17 Appartements geben den Familien in dem von Friedensreich Hundertwasser märchenhaft gestalteten und verspielt geschwungenen Haus ein Zuhause auf Zeit, eben genau so lange, wie es nötig ist – solange das kranke Kind nach einer Organtransplantation, während einer Krebsbehandlung oder als Frühchen an der Uniklinik versorgt wird. Es gebe kaum Tage im Jahr, an denen nicht alle Apartments belegt seien, verdeutlicht Sabine Holtkamp, die Leiterin des Ronald McDonald-Hauses, den Bedarf.

"Hard for Kids" unterstützt das Ronald Mc Donald Haus
Mit seiner verspielten Architektur und der bunten Farbgestaltung schafft das Ronald McDonald-Haus einen farbenfrohen Kontrast zur sterilen Krankenhauswelt, die die kleinen Bewohner ansonsten aushalten müssen.© FUNKE Foto Services | Dirk A. Friedrich

Finanziert wird die Einrichtung zu drei Vierteln durch Spenden, schildert Holtkamp. Und auch, wenn es sich beim Ronald McDonald-Haus um eine Essener Einrichtung handelt, haben Mülheimer einen großen Anteil daran, dass es bestehen kann. Zum einen ist da der Mülheimer Verein „Hard for Kids“, der sich in diesem Jahr gegründet hat mit dem Ziel, etwa durch Benefizkonzerte Spenden zu sammeln und Institutionen zu unterstützen, die sich um schwerstkranke Kinder kümmern.

Spendenaktion Jolanthe unterstützt Hard for Kids und Ronald McDonald-Haus

Da „Hard for Kids“ kürzlich erst gestartet ist und die Ehrenamtlichen ganz am Anfang ihres Engagements stehen, soll der Verein seinerseits Unterstützung erfahren: Wir als Redaktion lassen die Spendeneinnahmen unserer traditionellen Benefizaktion Jolanthe im kommenden Jahr dem Verein zukommen. Und über diesen Weg tun die Mülheimer Spenderinnen und Spender anteilig auch etwas Gutes fürs Ronald McDonald-Haus.

Die Vereinsgründer, darunter Melanie Webels, haben die besondere Einrichtung am Rande des Essener Grugaparks kürzlich schon besucht. „Mir war schon mulmig, als wir dort zum ersten Mal hingegangen sind“, gesteht die Vereinsgründerin mit Blick auf die schwerstkranken Kinder, die nicht selten deutlich gezeichnet sind von ihrer Krankheit. Ihr bedrücktes Gefühl aber verschwand umgehend, als sie das besondere Haus betrat, erzählt die 48-Jährige: „Da herrscht solch eine Liebe und Harmonie, dass das Leid, das die Familien dorthin geführt hat, in den Hintergrund rückt.“

Zwei Mülheimerinnen engagieren sich ehrenamtlich im Ronald McDonald-Haus

"Hard for Kids" unterstützt das Ronald Mc Donald Haus
Auch im Inneren ist das Ronald McDonald-Haus in Essen farbenfroh und kindgerecht gestaltet. Zwei Mülheimerinnen engagieren sich hier als Ehrenamtliche. Zudem unterstützt der Mülheimer Verein „Hard for Kids“ die Einrichtung mit Spenden.© FUNKE Foto Services | Dirk A. Friedrich

Dazu tragen auch zwei Mülheimerinnen bei, die sich seit Jahren ehrenamtlich im Ronald McDonald-Haus engagieren. Angelika Hamann (72), die auf der Heimaterde wohnt, ist bereits seit 13 Jahren dabei und eine der guten Feen, die jeden Dienstag mit viel Liebe ein Verwöhn-Frühstück für die Bewohner herrichten, damit sich die Eltern um nichts kümmern müssen. Seit drei Jahren hilft auch die Broicherin Petra Grätz (64) als Ehrenamtliche mit – sie ist so etwas wie das „Mädchen für alles“, geht einkaufen, backt einen Kuchen, springt da ein, wo sie gebraucht wird.

Die Motivation der beiden Mülheimerinnen, sich hier zu engagieren: Den betroffenen Eltern und den Geschwisterkindern Lichtblicke in ihrem ansonsten von immensen Sorgen belasteten Alltag zu verschaffen, ihnen zu etwas Freiraum und Normalität zu verhelfen, und diesen geschützten, sicheren Raum zu dem zu machen, was er ist. „Die Familien stützen sich auch gegenseitig, sie sitzen im selben Boot, erfahren das gleiche Leid“, hat Angelika Hamann, die selbst zwei Söhne und drei Enkel hat, oft erfahren. Die Stimmung im Haus aber sei zu allermeist fröhlich, „gerade bei den Kindern, sie sind noch so unbeschwert“. Ihr Ehrenamt gebe ihr so viel, hier habe sie eine sinnstiftende Aufgabe gefunden, sagt die 72-Jährige – trotz des schweren Hintergrundes. „Ich bin dadurch gewachsen.“

Ehrenamtliche helfen, wenn das Schicksal Familien aus der Bahn wirft

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Und Petra Grätz fügt hinzu: „Man wird geerdet, wenn man den Familien hier begegnet.“ Der Blickwinkel ändere sich, man besinne sich aufs Wesentliche. So merke man, wie gut man es selbst im Leben habe. „Davon möchte ich etwas zurückgeben“, sagt die 64-Jährige. Denn dass die Lieben um einen herum gesund sind, dass die Kinder ein langes, unbeschwertes Leben vor sich haben, sei alles andere als selbstverständlich. „Wir zittern ja alle mit, bei jedem Kind“, sagt Angelika Hamann. Und so denken sie an die kleine Frieda, deren Mutter noch am Morgen eine Mail schickte und verkünden konnte, dass es dem Mädchen gut gehe. Oder an Julia, die schwer unter Mukoviszidose leidet und als Jugendliche geschlagene zwei Jahre im Ronald McDonald-Haus zu Gast sein musste. „Beim letzten Sommerfest hat sie uns ihren Verlobten vorgestellt, nächstes Jahr wird sie heiraten“, erzählt Sabine Holtkamp von einer Erfolgsgeschichte.

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Dass es das Leben aus den Fugen hebt, wenn eine Familie hört, dass ihr Kind lebensbedrohlich krank ist, hat auch Melanie Webels durch die Gründung des Vereins „Hard for Kids“ erfahren: „Die Welt steht still, wenn eine Familie solch eine Diagnose bekommt.“ Jenen in dieser albtraumhaften Situation zu helfen, ist ihr Anliegen. Deshalb bezuschusst der Verein unter anderem das Ronald McDonald-Haus.

Mülheims Benefiz-Aktion Jolanthe sammelt Spenden für „Hard for Kids“

Damit „Hard for Kids“ dafür genug auf der hohen Kante hat, sammelt die Mülheimer Redaktion mit ihrer Benefiz-Aktion Jolanthe für den frisch gegründeten Mülheimer Verein: Den Auftakt macht unser traditionsreiches „Neujährchen“ samt Tombola und amerikanischer Versteigerung: Am Sonntag, 11. Januar, geht‘s von 12 bis 14 Uhr auf dem Schlosshof von Schloß Broich rund, untermalt von der Ruhr-River-Jazzband. Als Partner sind die Mülheimer Stadtmarketing- und Tourismusgesellschaft (MST), Edeka Paschmann, die Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft (RWW) und Gastronom Jörg Thon (Haus Bürgergarten, „Wilder Pott“) mit an Bord.

Unser Jolanthe-Spendenkonto ist freigeschaltet: Kontoname: Jolanthe, DE 05 3625 0000 0175 0342 77, Sparkasse Mülheim, Verwendungszweck: „Hard for Kids“ . Weitere Informationen zum Verein auf hard-for-kids.de