Wer glaubt, einen Wolf gesehen und fotografiert zu haben und den Hinweis beim NRW-Meldeportal hochlädt, braucht Geduld. Denn bis der Hinweis bearbeitet wird und tatsächlich in die Liste der Nachweise aufgenommen wird, vergehen zum Teil viele Wochen. Immer wieder ist es kritisiert worden, jetzt will das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima (Lanuk) das Meldesystem für Wolfsnachweise überarbeiten. Das geht aus einem Bericht hervor, den das Landesumweltministerium diese Woche im Landtag vorgelegt hat.

Ausschlaggebend dafür sei eine Informationsveranstaltung zum Wolf im Kreis Euskirchen Anfang Dezember gewesen. Im Rahmen des Treffens sei von Anwohnern das Monitoring und vor allem die langen Bearbeitungszeiten und die statistische Abbildung der Wolfshinweise und Nutztiervorfälle kritisiert worden. Daraufhin habe man sich vorgenommen, die Abläufe „systematisch zu überprüfen“, heißt es in dem Bericht.

Warum das Meldesystem überarbeitet wird

Mehr Transparenz, mehr Nachvollziehbarkeit und eine bessere Zusammenarbeit mit regionalen Akteuren für ein verbessertes Monitoring. Um das zu erreichen, plant das Ministerium, „innerhalb der ersten Hälfte des Jahres 2026 seitens des Lanuk ein neues digitales System bereitzustellen, das eine medienbruchfreie Abwicklung der gesamten Meldeverfahren ermöglicht“.

Das aktuelle Meldesystem soll also gründlich überarbeitet werden. „Das soll nicht nur für die Leute einfacher werden, sondern auch für uns, indem wir uns Verwaltungsarbeit sparen“, erklärt Lanuk-Sprecher Wilhelm Deitermann auf Nachfrage der NRZ. Mit dem aktuellen System müsse nämlich vieles händisch überprüft und protokolliert werden. Das soll künftig digitalisiert und vereinfacht werden.

Neues System für Wolfssichtungen: Was sich ändert

Außerdem sollen die Bereiche „Wolfsnachweise“ und „gemeldete Nutztierfälle“ zumindest in der Verwaltung zusammengeführt werden. Das spare viel Arbeit und vor allem Zeit. „Dadurch können unsere Fachleute in der gleichen Zeit mehr Fälle bearbeiten und so auch die Hinweisgeber schneller kontaktieren.“

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Auch Entschädigungszahlungen für Nutztierhalter könnten dadurch schneller ankommen, hofft der Lanuk-Sprecher, der weiterhin anregt, Hinweise auf Wölfe nicht nur in den sozialen Medien, sondern auch mit dem Landesamt zu teilen. „Auf gepostete Facebook-Bilder können wir nur schwer reagieren. Wir brauchen das originale Bildmaterial, da wir mit den Meta-Daten die Echtheit, den Ort und das Datum besser überprüfen können.“ Mit dem neuen Meldesystem soll das für den Nutzer einfacher werden. Wann genau das System kommt, ist noch unklar.