Den Blick auf seine blutigen Finger nahm Maximilian Molsner billigend in Kauf. „Das war ein Big-Point-Match, das wir gewonnen haben. Dafür nimmt man einiges in Kauf“, erklärte der Mittelangreifer des OSC Rheinhausen nüchtern. Molsner war beim verdienten 35:33 (16:15) über Mitabstiegskonkurrent HSG Siebengebirge-Thomasberg einer der Lenker im blauen Dress. Blutige Greifer hin, Bahnschranke gegen den Hals durch den mit Rot bestraften HSG-Kreisläufer Oliver Dziendziol (39.) her: Max Molsner und auch seine Kollegen hatten sich trotz zittriger Schlussphase durchgebissen. Dazu einen psychisch aufbauenden Kontrapunkt zur schwachen Vorstellung beim 16:30 in Haan am vergangenen Sonntag gesetzt. Die Tanzeinlage auf dem Spielfeld zu Nina Hagens DDR-Evergreen „Du hast den Farbfilm vergessen“ wirkte zudem befreiend.
Daniel Zwarg überragt beim OSC Rheinhausen mit 17 Toren
Natürlich wurde auch Daniel Zwarg von den 150 gut mitgehenden Zuschauern am Ende gefeiert. Der OSC-Halblinke brachte außergewöhnliche 17 Treffer auf die Habenseite, nahm zudem nach einem Fehlwurf von Linksaußen Noah Adrian zu Beginn auch alle übrigen fünf Siebenmeter. „Wir haben heute deutlich gesehen, was Daniel kann, wenn er fit ist“, lobte Max Molsner, der das Rheinhauser Spiel über weite Strecke sehr gut gelenkt hatte, seinen Rückraumkollegen.

Cheftrainer Thomas Molsner mochte den wichtigen Heimsieg aber nicht nur an Zwarg festmachen. „Beide Torhüter hatten ihre Anteile“, lobte der Coach. Julian Seemann hielt im ersten Durchgang zwei Siebenmeter und diverse Bälle. Julian Borchert gab dem Team dann in der Endphase einen gewissen Halt. Hervorzuheben war defensiv auch der Innenblock mit Daniel Küpper Ventura und Matthias Meurer. Eine grundsolide Partie zeigte dazu im Angriff auf halbrechts Justin Kauwetter.
OSC Rheinhausen: Halbzeitstand war knapper als der Spielverlauf
Schon im ersten Durchgang wirkte der OSC gegen die Gäste aus Königswinter stärker. Leichte Rheinhauser Fehler und bissig-konsequent zu Ende gespielte Angriffe der HSG ließen das Halbzeitresultat bei 16:15 allerdings enger aussehen als die Partie tatsächlich wirkte. Offensiv fanden die Gastgeber nicht die rechte Balance. Es hing fast alles an Max Molsner in der Mitte und eben Daniel Zwarg auf halblinks. Das besserte sich in der zweiten Halbzeit.

Bis zum 33:27 in der 53. Minute netzte Rheinhausen da zuverlässig und variabler. Doch der Vorsprung reichte nicht aus. „Da sind uns am Ende auch wenig die Körner ausgegangen“, stellte Cheftrainer Thomas Molsner fest. Der hatte nach der Pause bis auf den üblichen Spezialistenwechsel defensiv von Max Molsner auf Daniel Küpper Ventura gar keine Personalveränderungen mehr vorgenommen. „Natürlich hätten wir am Schluss nicht mehr so zittern müssen“, gab der Coach zu.
OSC Rheinhausen muss auf Winterzugang Max Schlögl verzichten
Siebengebirge verkürzte eine Minute vor dem Ende auf 33:34. Daniel Zwargs 17. Treffer fast mit der Schluss-Sirene entspannte aber alle Mienen. „Solch ein Match gibt uns Selbstvertrauen. Wir werden nun nächsten Sonntag mit viel Mut in Gelpe auftreten“, versicherte Thomas Molsner.

Allerdings Pech für den OSC: Winterzugang Maximilian Schlögl hat sich im Training vor dem Essen-Heimspiel eine doch etwas schwerere Blessur in der Leistengegend zugezogen. Der ehemalige Kreisläufer des VfL Gladbeck war am Samstagabend in der Halle an der Krefelder Straße auf Krücken unterwegs. „Für Max ist das superärgerlich, aber er wird wohl bis Saisonende ausfallen“, erklärte Trainer Thomas Molsner.
OSC Rheinhausen: Seemann (49. Min. Borchert) - Zwarg (17/5), M. Molsner (5), Eiker (3), Kauwetter (3), Meurer (3), F. Molsner (2), Adrian (1), Käsler (1), Wetteborn.


