Die Spannung lockt die Zuschauer an. Davon hat sich Gesellschafter Martin Wagner noch einmal überzeugt. „Ich schau mal schnell rein“, sagte er und klickte in dem Bereich des Ticketanbieterprogramms, der den Clubs vorbehalten ist. Das Ergebnis: Bereits am Donnerstagnachmittag hatte Rhein Fire für das Spiel gegen Berlin Thunder am Sonntag (16.25 Uhr, Schauinsland-Reisen-Arena) gut 7500 Tickets verkauft. Bis zum Wochenende dürfte noch etwas dazukommen. Ohnehin ist es schön für die Weinroten, endlich wieder daheim in Duisburg spielen zu können.

Die Liga.

Martin Wagner, Rhein-Fire-Gesellschafter, zur Frage, wer oder was für den unglücklichen Spielplan verantwortlich ist.

Am 14. Juni hatten die Duisburger Footballer zuletzt in heimischen Gefilden spielen dürfen. Dem schlossen sich in den letzten Wochen fünf Auswärtsspiele in Folge an, ehe nun zum Saisonschlussspurt vier Heimspiele in Serie auf das Team von Headcoach Richard Kent warten. Nebenbei gefragt: Wer oder was ist denn schuld an dieser ungewöhnlichen Spielabfolge: eine mögliche Rasenregeneration an der Wedau? Zuletzt vielleicht die Universiade? Wagner macht es kurz und knapp: „Die Liga.“ Heißt: Es gibt an sich keinen klaren Grund, warum Rhein Fire über einen Monat lang keine Einnahmen durch Heimspiele verbuchen konnte. „Es macht keinen Sinn.“

Mehr zum Thema

Bekanntlich sind Rhein Fire und sieben weitere Teams in der „Rebellenallianz“, genauer gesagt der European Football Alliance, zusammengeschlossen und kämpfen ihren Kampf gegen die European League of Football, in dem es hauptsächlich darum geht, dass sich die Liga nicht weiterentwickelt, die Clubs nicht an Entscheidungen beteiligt sind – und vor allem darum, dass die Liga nicht ihren finanziellen Verpflichtungen gegenüber den Clubs in akzeptabler Art und Weise nachkomme. Inzwischen hat sich ein weiteres Team der EFA angeschlossen: die Nordic Storm aus Kopenhagen. Und das kann als Bestätigung der Argumente der acht Gründungsmitglieder angesehen werden, wenn die Dänen nach nicht einmal einer Saison der Ansicht sind, dass ein Aufbegehren gegen die Ligaleitung nötig ist.

Patrick Esume „zu Dank verpflichtet“

Am Freitagmittag verdichtete sich die Stimmung gegen die ELF weiter: Patrick Esume ist als Commissoner der ELF zurückgetreten, bleibt aber bis zum Finale am 7. September im Amt. Als Gründe nannte er „unüberbrückbare Differenzen bezüglich der Führung und finanziellen Gestaltung der ELF mit deren Geschäftsführer Zeljko Karajica“ sowie „unterschiedliche Vorstellungen der künftigen Ausrichtung der ELF“. Martin Wagner erklärte dazu öffentlich: „Ein verständlicher Schritt, den ich Patrick Esume schon vor über einem Jahr empfohlen habe. Der Traum von Patrick Esume, der Football immer gefördert hat, wurde leider durch einen falschen Partner sabotiert, Patrick Esume und dem Hamburger Office sind wir zu Dank verpflichtet. Dort sitzen die Footballer.“

Alles zu Rhein Fire:

Auf dem Spielfeld geht es nicht minder spannend zu, denn für Rhein Fire geht es um den Endspurt Richtung Play-offs. Im Ligastand vor dem aktuellen Spieltag wären die Duisburger in der divisionsbereinigten Wild-Card-Wertung so gerade eben auf Rang sechs, der als Letztes für einen Saisonnachschlag reichen würde.

Trotz der Probleme auch in Berlin – Thunder befindet sich in einem Insolvenzverfahren – macht die Mannschaft aus der Bundeshauptstadt einen guten Job. Einer der Hauptgründe ist Quarterback Jakeb Sullivan. Ganz grundsätzlich ist die Offensive das Prunkstück der Berliner. Personell muss Fire auf Runningback Sergej Kendus verzichten; dafür ist Receiver Clemens Schuldt wieder dabei. Für Kicker Sebastian van Santen, der sich gleich zum Start einen Muskelbündelriss zugezogen hatte, ist die Saison derweil gelaufen. Abgesehen vom letzten Spiel macht sein Vertreter Eritros Haggi allerdings einen guten Job.