Die Stehplätze zwischen den Trainerbänken des SV Scherpenberg und des GSV Moers am Asberger Kunstrasen blieben am Freitagabend leer. Ein Ordner bewachte die Freifläche. Angeblicher Grund: Der Schiedsrichter hätte dies veranlasst. Was dem Unparteiischen im Prinzip gar nicht zusteht, weil er nur für den Innenraum eines Fußballplatzes die Verantwortung trägt. Nun ja, der Ausschluss möglicher Provokateure nahe der Trainerbänke, von wem auch immer ausgesprochen und durchgesetzt, entpuppte sich als eine am Ende unnötige Vorsichtsmaßnahme.
Scherpenberg gegen GSV Moers: Offizielle würdigen sich keines Blickes
Beide Trainerbänke gerieten im Landesliga-Derby zwar nicht wirklich aneinander, würdigten sich aber auch wegen einer politischen Beleidigung gegen Scherpenbergs Cheftrainer nebst Spielabbruch beim März-Derby kaum eines Blickes. Auch der übliche Handschlag nach dem Schlusspfiff blieb aus. Dass die GSV-Verantwortlichen kein versöhnliches Wort übrig haben auch ein halbes Jahr nach dem Vorfall, für den der entsprechende Spieler vom Verbandssportgericht für schuldig befunden und zehn Spiele gesperrt worden war und der auch noch eine Zivilklage nach sich zieht, spricht für sich.

Sportlich präsentierte sich Gelb-Schwarz im Gegensatz zu Scherpenberg deutlich im Derbymodus. Die Taktik im 3-4-3 mit drei Anläufern gegen den Ball schmeckte den Gastgebern überhaupt nicht. Dazu machte sich bei den Grafschaftern auch bemerkbar, wie wichtig die Routiniers sind: Pierre Nowitzki in der Dreierkette, Thorsten Kogel im Mittelfeld und Mittelstürmer Danny Rankl mit zwei prächtigen Treffern. Kürzlich beim 0:1 gegen Kray hatte das Trio gefehlt.
GSV Moers: Vier Routiniers und einige starke Talente
In Konstantin Möllering wird ein vierter Spieler mit Regionalliga-Erfahrung künftig dem GSV im Offensivspiel sicher Impulse geben. Dazu entwickeln sich einige Jungspunde im Team beachtlich: der lange Innenverteidiger Nils Werner (20) etwa, Conner Wastian (21) auf der rechten Außenbahn und auch Außenstürmer Sergen Dogan (20). Die gute Mischung im Team dürfte ein Erfolgsfaktor beim GSV werden. Aber nur, wenn die Routiniers sich nicht allzu viele Auszeiten genehmigen.


