Das Moerser Derby war für Fußball-Landesligist SV Scherpenberg in vielerlei Hinsicht schmerzhaft. Nicht nur das Endresultat von 0:4 (0:2) enttäuschte die Gastgeber, sondern auch die über weite Strecken eher dürftige Leistung gegen einen GSV Moers, der dem Gastgeber in der 3-4-3-Taktik mit drei Anläufern gegen den Ball sichtbare Kopfschmerzen bereitet hatte. Dazu zog sich SVS-Stammtorhüter Julian Geitz in der 33. Minute eine schwere Oberschenkelprellung zu. GSV-Routinier Thorsten Kogel war den Keeper nahe des Strafraums in der Luft ungestraft angegangen.

SV Scherpenberg: Innenverteidiger Max Abel produziert ein Eigentor

Dass Youngster Miguel Nefian (20) nach dem Wechsel die Treffer zum 0:3 (78.) durch den schon 36-jährigen Danny Rankl und zum 0:4 (87.) durch den eingewechselten Lukas Koch auf seine Kappe neben musste, war letztlich aber nur ein Nebenschauplatz. Die bestens ausgeführte Spieltaktik des GSV und die Kopfballrückgabe von Innenverteidiger Maximilian Abel, der schon nach dreieinhalb Minuten ein Eigentor produziert hatte, schien Scherpenberg fast in der kompletten ersten Halbzeit nicht ins Match finden zu lassen. Das bildschöne Kopfballtor von Danny Rankl zum 2:0 (40.) nach einem Vorstoß des quirligen Sergen Dogan über die linke Seite war schon vor der Pause quasi die Entscheidung.

Die Innenverteidigung des SV Scherpenberg mit Max Abel (3) und Jasin Saiti (4) hatte gegen den GSV Moers vor allem in der ersten Halbzeit einen schweren Stand.
Die Innenverteidigung des SV Scherpenberg mit Max Abel (3) und Jasin Saiti (4) hatte gegen den GSV Moers vor allem in der ersten Halbzeit einen schweren Stand.© FUNKE Foto Services | Arnulf Stoffel

„Das war insgesamt zu verspielt, aber auch zu viel rückwärts. Dazu fehlte es vorn an Durchschlagskraft“, kritisierte Trainer Christian Mikolajczak die ersten 45 Minuten. Nick Noah Redam fühlte sich im offensiven Mittelfeld irgendwie nicht wirklich wohl in seiner Rolle. Mikolajczak schickte dann Baha Arslanboga auf die Position, zog Redam etwas zurück. Der Ex-Lintforter Arslanboga war dann auch einer der wenigen Lichtblicke, konnte das Ruder aber nicht mehr herumreißen. Gute Torchancen blieben auch in Halbzeit zwei Mangelware. Der GSV verteidigte scheinbar ohne größere Mühe alles weg und hatte im Konter diverse Möglichkeiten.

GSV Moers: Der Sportliche Leiter Patrick Iwersen lobt die Mannschaft

Der Sportliche Leiter Patrick Iwersen war voll des Lobes für die Gelb-Schwarzen: „Das haben die Jungs vom Anfang bis zum Ende richtig gut gemacht. Alle hatten Bock.“ Dazu zählte natürlich auch Thorsten Kogel, der trotz eines leichten grippalen Infekts 67 Spielminuten im defensiven Mittelfeld durchhielt. Zudem feierte der Ex-Scherpenberger Konstantin Möllering in den finalen 14 Minuten seinen Pflichtspieleinstand beim GSV. Der ehemalige Regionalligaspieler von Preußen Münster war zuletzt nach einem Muskelfaserriss ausgefallen.

Tor für den GSV Moers zum 2:0: Kopfballschütze Danny Rankl (rechts) freut sich mit seinen Kollegen.
Tor für den GSV Moers zum 2:0: Kopfballschütze Danny Rankl (rechts) freut sich mit seinen Kollegen.© FUNKE Foto Services | Arnulf Stoffel

Auf der Gegenseite gab Ömer Akbel in der Offensive gut zehn Monate nach seinem Kreuzbandriss ein Comeback. Natürlich fehlt dem Wirbelwind noch etwas die Spielfitness. Seine knapp 25 Einsatzminuten waren allerdings einer der wenigen Lichtblicke in Reihen der erstmals in dieser Saison geschlagenen Scherpenberger. Bei denen wurde Zehner Ali Gülcan (Hochzeit) im offensiven Mittelfeld schmerzlich vermisst.

Beim SV Scherpenberg mangelt es auf dem Platz an vielen Stellen

Ansonsten mangelte es bei den Gastgebern an vielen Stellen. Die Abwehr schwamm zwischenzeitlich gegen die schnellen und ballsicheren Grafschafter, das defensive Mittelfeld produzierte viele Fehler im Spielaufbau, beide Außenstürmer ließen Flankenpräzision und Zielstrebigkeit vermissen. Mittelstürmer Vedad Music hing weitgehend in der Luft. „Insgesamt haben wir den Motor einfach nicht richtig angeworfen“, befand Scherpenbergs Sportlicher Leiter Sven Schützek, der ebenso enttäuscht wie Coach Mikolajczak in die Umkleide marschierte.

Im Vorwärtsgang: der Ex-Scherpenberger Conner Wastian (rechts) gegen Innenverteidiger Jasin Saiti.
Im Vorwärtsgang: der Ex-Scherpenberger Conner Wastian (rechts) gegen Innenverteidiger Jasin Saiti.© FUNKE Foto Services | Arnulf Stoffel

Zeit fürs Grämen ist allerdings knapp. Schon am Dienstag (20 Uhr, Asberger Straße) steht das Niederrheinpokalspiel gegen den Oberligisten Ratingen 04/19 ins Haus, am kommenden Freitag (20 Uhr) geht es zum Landesliga-Aufsteiger Viktoria Goch.

SV Scherpenberg: Geitz (46. Nefian) - Bu. Arslanboga, Abel, Saiti, Ogansuyi - K. Terzi, A. Terzi (46. Ba. Arslanboga) - Kücükarslan, Redam (81. Karaca), Kretschmer (86. Grillemeier) - Music (71. Akbel).

GSV Moers: Roolfs - K. El Moumen, Werner, Nowitzki - S. Ghrayeb, I. El Moumen (88. Engeln), Kogel (67. Kefeli), Wastian - Kader (80. Möllering), Rankl (86. Koch), Dogan (71. Okamura).