MSV Duisburg oder Rot-Weiss Essen? Auf ein Los der lukrativen Sorte im Fußball-Niederrheinpokal muss Landesligisten SV Scherpenberg mindestens bis nächsten Spätsommer warten. In der zweiten FVN-Pokalrunde war am Dienstagabend gegen den Oberliga-Spitzenreiter Ratingen 04/19 Endstation. Das 1:5 (1:1) war letztlich ein brutales Ergebnis, weil die Gastgeber im Vergleich mit der 0:4-Derby-Enttäuschung gegen den GSV Moers vom vergangenen Freitag eine deutlich bessere Leistung gezeigt hatten.
SV Scherpenberg freut sich über den Ausgleich durch Ali Gülcan
„Das war fußballerisch gut und kämpferisch top“, lobte Trainer Christian Mikolajczak, „nur in der ersten Viertelstunde nach der Pause waren wir nicht drin im Spiel und unterlegen.“ Das 1:1 bei Halbzeit ging voll in Ordnung. Edin Hadzibajramovic brachte zwar den ersten gefährlichen Angriff der Gäste ins Ziel (15.), die im Vergleich mit dem 5:0 in der Oberliga gegen den 1. FC Kleve auf sieben Positionen in der Startelf verändert waren.

Doch Scherpenberg antwortete passend. Der auf Linksaußen stark aufspielende Baha Arslanboga bediente Ali Gülcan (28.). Der 1:1-Torschütze, gegen den GSV auf der Zehner-Position spürbar vermisst, tat der Scherpenberger Offensive gut. Nach dem Seitenwechsel wirkte das Team dann allerdings gut 15 Minuten zu sehr im abwartenden Verteidigungsmodus. „Traut Euch was!“, forderte Coach Mikolajczak mehrmals. Und hatte damit sicher nicht gemeint, riskante Querpässe in der eigenen Hälfte zu versuchen.
Ratingen 04/19 nutzt Scherpenberger Fehler eiskalt aus
Genau ein solch schmerzhafter Passfehler unterlief Sechser Kaan Terzi. Georgios Touloupis nutzte das eiskalt im SVS-Strafraum zum 2:1 aus (58.). Nur vier Minuten später fabrizierte der als Linksverteidiger aufgebotene Tevfik Kücükarslan einen eher überflüssigen Foulelfmeter an Mbombo Matondo. Der eingewechselte Emre Demircan verwandelte sicher halbhoch rechts. Die Entscheidung? Scherpenberg rappelte sich nochmal auf, entfachte Druck. Gäste-Keeper Dennis Raschka rettete zweimal gegen Nick Noah Redam, dazu gegen ein Solo von Marcel Kretschmer.

Coach Mikolajczak brachte nun seine komplette Offensive. Doch als das 2:3 wirklich in der Luft lag, gab es hinten wieder einen fatalen Fehler: Rinor Rexha war freistehend der Nutznießer (80.). Und auch das 1:5, erneut durch Touloupis, legte Scherpenberg mit einem Ballverlust in der Vorwärtsbewegung und dem folgenden Konter selbst auf.
SV Scherpenberg spielt am Freitagabend bei Viktoria Goch
„Es hat uns ein wenig das Spielglück gefehlt. Trotzdem sind fünf Gegentore nicht wegzudiskutieren“, befand Coach Mikolajczak. Rechnet man die vier Treffer des GSV obendrauf, darf die jüngste Defensivarbeit durchaus als nicht optimal angesehen werden. Schon am Freitag (20 Uhr) gibt es beim bislang starken Landesliga-Aufsteiger Viktoria Goch, trainiert übrigens von Ex-MSV-Profi Kevin Wolze, die schnelle Chance, diesen Eindruck wieder zu korrigieren.
SV Scherpenberg: Geitz - Kücükarslan, Abel (77. Tietz), Saiti, Kapuscinski - Redam, K. Terzi (65. Karaca) - Ba. Arslanboga, Gülcan (77. Grillemeier), Kretschmer (77. Derikx) - Music (83. Akbel).


