Es gibt sicher schönere Aufgaben, als nach einer 0:4-Derby-Heimpleite nur vier Tage später im Niederrheinpokal gegen den Tabellenführer der Fußball-Oberliga antreten zu müssen. Die Landesliga-Kicker des SV Scherpenberg haben allerdings am Dienstag (20 Uhr, Asberger Straße) keine Wahl, wenn mit Ratingen 04/19 eine Truppe anrückt, die unter dem ehemaligen Essener ETB-Trainer Damian Apfeld durchaus auch über die Oberliga hinaus blicken dürfte.

Pleite gegen den GSV Moers: Eine Backpfeife zur rechten Zeit für den SV Scherpenberg?

Scherpenbergs Cheftrainer Christian Mikolajczak übertreibt jedenfalls nicht, wenn er von einem „richtig dicken Brett“ spricht, das seine Mannen da erwartet. Und dies vor dem Hintergrund einer schwachen Leistung gegen den Nachbarn GSV Moers. Auf der Suche nach positiven Aspekten half da selbst eine Lupe nicht. „Vielleicht war es eine Backpfeife zur rechten Zeit“, hofft Coach Mikolajczak.

Meldet sich nach Oberschenkelblessur relativ flott einsatzbereit zurück: SV Scherpenbergs Torhüter Julian Geitz.
Meldet sich nach Oberschenkelblessur relativ flott einsatzbereit zurück: SV Scherpenbergs Torhüter Julian Geitz.© FUNKE Foto Services | Arnulf Stoffel

Nicht nur das 0:4 als Ergebnis verwischt ein wenig den guten Saisonstart mit zwei Siegen und zwei Unentschieden sowie dem Pokalsieg bei SC 20 Oberhausen (5:2). Auch ein ideenloser Auftritt mit wenig Bewegung und Mut und vielen Sicherheitsbällen in Richtung Torhüter überraschte am Freitagabend viele Zuschauer. „Das Selbstvertrauen hätte eigentlich besser sein sollen, auch wenn man sich mal nach vier Minuten ein Eigentor fängt“, sagt Christian Mikolajczak.

SV Scherpenberg kann den GSV Moers nur selten überspielen

Auffällig: Scherpenberg gelang es selten, mal den GSV und die gleich drei Anläufer gegen den Ball zu überspielen und für sich daraus dann eigene Überzahl- oder mindestens günstige Eins-gegen-eins-Situationen zu schaffen. Wenn dann der Vortrag mal gelang, dann missglückten die Hereingaben von beiden Seiten.

Hatte gegen den GSV Moers nicht seinen besten Abend erwischt: SV Scherpenbergs Rechtsaußen Marcel Kretschmer (rechts), hier im Heimspiel gegen Yassine Bentaleb von der SG Schönebeck.
Hatte gegen den GSV Moers nicht seinen besten Abend erwischt: SV Scherpenbergs Rechtsaußen Marcel Kretschmer (rechts), hier im Heimspiel gegen Yassine Bentaleb von der SG Schönebeck.© FUNKE Foto Services | Oleksandr Voskresenskyi

Immerhin wusste Baha Arslanboga in der zweiten Halbzeit den fehlenden Zehner Ali Gülcan besser zu ersetzen als Nick Noah Redam zuvor, der sich im defensiven Mittelfeld doch besser aufgehoben fühlt. Das Zehner-Problem wird Mikolajczak auch gegen Ratingen und am Freitag (20 Uhr) im Landesliga-Match bei Aufsteiger Viktoria Goch zu lösen haben. Ali Gülcan ist nach Hochzeit zwar am Dienstagabend verfügbar, am Freitag jedoch nicht. Möglich, dass gegen Ratingen rotiert wird.

Die gute Nachricht: Torhüter Julian Geitz meldete sich nach Pferdekuss nebst Auswechslung in der Halbzeitpause im GSV-Match am Montag wieder spielbereit.