Die Akustik auf der Platzanlage an der Franzstraße in Kamp-Lintfort umschmeichelt die Ohren der Zuschauer klarer als je zuvor. Abteilungsleiter Norbert Lewing hatte erfolgreich getüftelt, um die Lautsprecheranlage des 1. FC Lintfort zu optimieren. Damit endeten am Sonntag aber schon die guten Nachrichten rund um den Fußball-Landesligisten. Das Team von Trainer Mohamed El Mimouni enttäuschte auch gegen den bisherigen Tabellenletzten Mülheimer FC, verlor nach einer weitgehend uninspirierten Vorstellung mit 1:2 (1:2) und hat sich folgerichtig im grauen Mittelfeld einsortiert.

Mülheimer FC ist im destruktiven Modus unterwegs

Nachdem El Mimouni den untauglichen Auftritt kürzlich beim VfB Speldorf als „Kinderfußball“ einsortiert hatte, sparte sich der Coach am Sonntag jegliche Sprachbilder und stellte schlicht fest: „Wir waren einfach nicht gut genug.“ So gesehen war die Pleite nicht einmal unverdient, auch wenn Mülheim aus nur drei guten Torchancen zwei Treffer machte und letztlich mit einem effektiven 4-4-2 gegen den Ball meist im destruktiven Modus unterwegs war.

Comeback in der Startelf des 1. FC Lintfort mit Licht und Schatten: Marvin Ehis (rechts), hier gegen Mülheims Rotsünder Gianluca Barone.
Comeback in der Startelf des 1. FC Lintfort mit Licht und Schatten: Marvin Ehis (rechts), hier gegen Mülheims Rotsünder Gianluca Barone.© FUNKE Foto Services | Thorsten Lindekamp

Die beiden Lintforter Gegentore passen zu einer ersten Halbzeit, die manch einer in Rot-Blau ohne Schweißtropfen im Jersey hinter sich gebracht zu haben schien. Warum auch immer. Fehlentscheidungen und mangelnde Laufbereitschaft bei einigen Protagonisten taten ihr Übriges. Beim 0:1 wurde dazu der Flankengeber großzügig verteidigt, Robert Molangos Kopfballaufsetzer gegen den Innenpfosten war nur möglich, weil die Innenverteidigung den einzigen Mülheimer im Strafraum schlicht vergessen hatte (17.).

Für den 1. FC Lintfort trifft Abdoulaye Sall zum Ausgleich

Abdoulaye Salls Ausgleich nach hand-verdächtiger Vorlage von Carlos Pin (32.) war kein Aufbauhelfer. Neun Minuten später sauste die erste Gäste-Ecke durch Tunahan Yardimci irgendwie zum 2:1 ins Lintforter Gestänge. Offenbar hatte Marvin Ehis den Ball ins eigene Netz gelenkt. Ein wenig mehr Druck auf die Gäste-Abwehr war nach der Pause schon zu sehen. Doch es mangelte oft am Durchsetzungsvermögen, am Willen, vielleicht auch am Können und am Glauben an die Wende. Da reichte Carlos Pin als einer der wenigen unermüdlich mit und gegen den Ball arbeitenden Lintforter nicht aus.

Tor für den Mülheimer FC zum 1:0. Mittelstürmer Robert Molango (verdeckt) hat freistehend eingeköpft.
Tor für den Mülheimer FC zum 1:0. Mittelstürmer Robert Molango (verdeckt) hat freistehend eingeköpft.© FUNKE Foto Services | Thorsten Lindekamp

Selbst eine Rote Karte gegen Gianluca Barone, der Pin im Vorwärtsgang von hinten übel umgesenst hatte, half in der Schlussviertelstunde nicht mehr. Die Lintforter zögerten in bester Schussposition immer wieder einen Tick zu lang. Und wenn doch mal ein Ball durchkam, hatte der MFC im Zwei-Meter-Torwartriesen Jaden Bagh einen starken Rückhalt.

1. FC Lintfort: Andre Rieger und Alex Maas steigen wieder ins Training ein

Ach ja, es gab am Ende doch noch eine zweite gute Nachricht aus Lintforter Sicht. In Andre Rieger und Alex Maas sollen am Dienstag zwei Offensivalternativen wieder ins Training einsteigen. Gerade Linksaußen Rieger hat schon gezeigt, dass er mit seinen Tempodribblings und einer Portion Entschlossenheit ein Spiel im Alleingang aus den Angeln heben kann.

1. FC Lintfort: Gutkowski - Baydar (82. N. Andich), Vizuete Mora, Hoffmeister, Haub (75. Völkel) - Sall (56. El Abdouni), Ehis, Ngangjoh, Schwarz (65. Riad) - Appiah (65. Owuka), Pin.