Überschwang war sicher fehl am Platze, Erleichterung dafür erlaubt. Und letztere zeigte sich dann auch in den Emotionen. Nach zwei herben Pleiten in Niederwenigern (1:5) und im Kreispokal-Halbfinale beim Bezirksligisten TuS Xanten (4:5 nach Verlängerung) meldete sich der SV Scherpenberg am Freitagabend zurück. Mit einer konzentrierten Vorstellung arbeitete sich der Fußball-Landesligist an die Tabellenspitze. Zumindest bis Sonntagnachmittag. Nach dem 3:1 (1:0) über Aufsteiger SC Werden-Heidhausen im Endspurt bekam Kapitän Stefan Kapuscinski im Mannschaftskreis ein kleines Sonderständchen. Nicht etwa, weil der Routinier in der 89. Minute den möglichen Ausgleich der Gäste kurz vor der Torlinie vereitelt hatte. Der Linksverteidiger feierte am Freitag seinen 33. Geburtstag.

SV Scherpenberg: Trainer Sven Schützek lobt seine Mannschaft

„Das war eine weitgehend souveräne und erwachsene Leistung. Ruhe, Wille und Konzentration waren diesmal sehr ausgeprägt“, lobte Trainer Sven Schützek seine Mannen. Die im Vergleich zur Xanten-Blamage auf acht Positionen veränderte Startelf beanspruchte vom Start weg die klare Ballhoheit und gestattete den Gästen bis zur Halbzeit keine echte Torchance. Die Essener agierten allerdings gegen den Ball im defensiven 5-3-2 geschickt. Scherpenberg hatte alle Mühe, sich in gute Positionen zu kombinieren und Druck auf den Gegner auszuüben. Und wenn, dann erwies sich Gäste-Keeper Marcel Niehaus auf dem Posten.

Fußball-Landesliga: SV Scherpenberg - Hamborn 07
Ein Tor und eine Vorlage für den SV Scherpenberg gegen den SC Werden-Heidhausen: Offensivspieler Baha Arslanboga.© FUNKE Foto Services | Arnulf Stoffel

Nur einmal nicht. Nach der vierten Ecke von Tevfik Kücükarslan nickte Innenverteidiger Folarin Williams die Kugel an den rechten Innenpfosten und von dort ins Netz (39.). Williams hatte den Vorzug vor Max Abel erhalten. Was von Coach Schützek sicher keine Fehlentscheidung war. Werden kam in veränderter 4-4-2-Formation aus der Kabine zurück und spielte nun mutiger. Und mehr nach vorn. Niklas Cirkovic belohnte die gute Startphase mit dem Ausgleich nach einer Ecke im Strafraumgetümmel (54.).

Baha Arslanboga bringt SV Scherpenberg wieder in Führung

Erst nach der 60. Minute arbeitete sich Scherpenberg wieder im Vorwärtsgang zurück. Konsequent erkämpfte Bälle in Zweikämpfen ebneten den Weg zum 2:1. Geburtstagskind Kapuscinski bediente Baha Arslanboga per Flachpass von der rechten Seite (75.). Abseitsverdächtig? Die Reklamationen der Gäste beim Unparteiischen Jan Niklas Schluse (TuB Mussum) über Arslanbogas 15. Saisontor liefen ins Leere.

Fußball-Landesliga: SV Scherpenberg - VfB Speldorf
Verdrehte sich früh im Spiel das rechte Knie, hielt aber im defensiven Mittelfeld bis zum Ende mit Bravour durch: Emirhan Karaca (am Ball) vom SV Scherpenberg.© FUNKE Foto Services | Oleksandr Voskresenskyi

Die Schlussphase lieferte eine gute Portion Spannung. Werden-Heidhausen hatte in der 89. Minute, wieder nach einer Ecke, noch die Ausgleichschance. Doch Stefan Kapuscinski verhinderte, wie oben erwähnt, per Kopf den möglichen 2:2-Einschlag. Wenig später legte Marcel Kretschmer per Flachschuss in die rechte Torecke, im Konter bestens freigespielt von Baha Arslanboga, den Deckel drauf (90.+1).

Das war eine weitgehend souveräne und erwachsene Leistung. Ruhe, Wille und Konzentration waren diesmal sehr ausgeprägt.

Sven Schützek, Cheftrainer des Fußball-Landesligisten SV Scherpenberg

SV Scherpenberg: Schreckmoment für Emirhan Karaca

Einen Schreckmoment mussten die Scherpenberger schon in der neunten Minute wegstecken. Mittelfeldmotor Emirhan Karaca knickte bei einer Drehbewegung mit dem rechten Knie um, biss nach einer Behandlungspause allerdings auf die Zähne und zeigte, wie seine Kollegen, bis zum Schlusspfiff eine gute Leistung.

SV Scherpenberg: Die Trainerfrage ist weiterhin offen

Ob bis zur nächsten Landesliga-Aufgabe am Samstag, 18. April (18 Uhr, Ruhrstadion), beim Mülheimer FC auch die immer noch offene Trainerfrage beantwortet ist, wird sich zeigen. „Die Entscheidung ist noch nicht gefallen“, betonte Sven Schützek, bekanntlich seit vergangenen September Trainer und Sportlicher Leiter in Personalunion, am Freitagabend eher grüblerisch. Möglich ist, dass Schützek auch in der neuen Saison an der Seitenlinie stehen wird. Es scheint aber auch mindestens einen tauglichen Kandidaten zu geben, der die Aufgabe übernehmen könnte.

SV Scherpenberg: Reck - Bu. Arslanboga, Williams, Saiti, Kapuscinski - Karaca, K. Terzi (82. Werner) - Kücükarslan (90. Fuhrmann), Ba. Arslanboga, Kretschmer (90.+1 Grillemeier) - Music (79. Akbel).