Die Kritik der CDU-Fraktion an der Art der Planungen für das neue Wohngebiet am Neukirchener Ring stößt bei der SPD auf Unverständnis. Die Sozialdemokraten hatten sich zusammen mit den Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und ÖDP/BNV im November des vergangenen Jahres mehrheitlich auf eine favorisierte Variante festgelegt, wie die 3,3 ha große Fläche entwickelt werden soll.
„Wir haben uns sehr intensiv damit beschäftigt“, betont die SPD-Fraktionsvorsitzende Elke Buttkereit mit Blick auf den Austausch mit NRW Urban. Sie spricht von einer „guten Durchmischung“ im neuen Quartier. „Wohnen muss in Neukirchen-Vluyn bezahlbar sein, nicht nur für Akademiker, sondern auch für Menschen mit Durchschnittseinkommen", sagt Buttkereit weiter. In den aktuellen Planungen seien 30 Prozent geförderter Wohnraum vorgesehen.
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Das decke den Bedarf ab, erklärt Bürgermeister Ralf Köpke mit Verweis auf das wohnungswirtschaftliche Konzept, das vor Jahren erarbeitet worden sei. Es gebe zudem kleinere Grundstücke für junge Familien, die sich erst eine Existenz aufbauen. Als positives Moment hebt Köpke hervor, dass die Versiegelung gering gehalten werde und auf der Fläche mit E-Ladesäulen und viel Grün die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz groß geschrieben würden. Köpke: „Wir bauen hier für die nächsten 80 Jahre.“
Die Kritik der CDU könne er nicht nachvollziehen. Man habe einen politischen Beschluss, den die Stadt nun umsetze. Letztlich hat der Fachausschuss im Herbst 2022 mit seinem Mehrheitsbeschluss entschieden, dass eben nicht drei mögliche Varianten der Bebauung vorgestellt werden sollen, sondern nur eine. An dem Punkt war die CDU seinerzeit von SPD, Grünen und ÖDP/BNV überstimmt worden.
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Elke Buttkereit wirft den Christdemokraten vor, Angst zu schüren, beispielsweise mit Blick auf die vorgesehenen Quartiersgaragen. „Das werden keine Parkhäuser wie in Moers an der Kautzstraße“, sagt die SPD-Chefin. „Wir sind eine schöne Kleinstadt“, kontert sie den CDU-Vorstoß, es handele sich bei der Entwicklung der Fläche um ein „Großstadtexperiment“.
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Gleichwohl sei in den Planungen eine moderne Verkehrsentwicklung berücksichtigt, die weniger Individualverkehr im Fokus habe. Heißt: Auf Sicht soll es weniger Autos geben. Allein die Anbindung an den ÖPNV wertet die SPD-Chefin positiv, schließlich gebe es mit der 929 und der 912 zwei Buslinien, die das Quartier bedienen. „Alle Viertelstunde fährt hier ein Bus“, sagt Buttkereit. Durch die Festlegung auf eine Planungsvariante, die zwei Stichstraßen zur Erschließung des Gebietes vorsieht, werde auch der Durchgangsverkehr verhindert.
Wenn der Bürgerschaft am 1. Februardie Pläne vorgestellt werden, möchte sich die SPD Kritik und Widerstände genau anschauen. Die Variante steht zwar nicht mehr zur Disposition, gleichwohl können noch Anregungen in die Detailplanung einfließen. Für Buttkereit ist klar: „Wenn wir nie etwas versucht hätten, würden wir heute noch in der kalten Höhle sitzen.“


