Ab Freitagabend (18. September) wird es für die Düsseldorfer EG ernst. Dann startet der achtmalige Deutsche Meister bei den Eispiraten Crimmitschau (19.30 Uhr, Sporteurope TV) in die neue Saison in der zweiten Deutschen Eishockey Liga (DEL2). Die Hoffnungen bei den Verantwortlichen der DEG und ihren Fans sind groß, dass nach dem Abstieg aus DEL im Frühjahr 2025 und einer enttäuschenden ersten Spielzeit in der DEL2 der Erfolg und auch der Spaß zurückkehrt. Die Ligakonkurrenz sieht den Traditionsclub vor dem Saisonauftakt jedenfalls als einen der Topfavoriten auf den Meistertitel und somit auch auf den Aufstieg ins Eishockey-Oberhaus.
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Bei der DEG übt man sich zumindest offiziell indes in Zurückhaltung in Sachen Zielsetzung. Zwar wurde der Kader nach dem frühen Aus in den Pre-Playoffs gegen den EV Landshut in der vergangenen Saison unter anderem mit den Stürmern Carter Turnbull, Corey Mackin, Brett Kemp und Ville Järveläinen namhaft verstärkt, dennoch nehmen die Verantwortlichen den Mund vor dem Start in die Spielzeit nicht allzu voll. Auch, wenn die DEG zumindest finanziell zu den Top-Clubs gehören wird, wie Geschäftsführer Andreas Niederberger auf der Saisoneröffnungspressekonferenz Anfang September erklärte. „Der Kaderetat hat sich um einiges erhöht. Da befinden wir uns unter den Top 4 der Liga“, berichtet die DEG-Legende, ohne dabei detaillierte Zahlen zu nennen.
DEG-Geschäftsführer Niederberger: „sind weiter als zum selben Zeitpunkt des Vorjahres“
Die Zuversicht ist daher groß, dass sich die Rheinländer nach der 52 Spiele langen Hauptrunde direkt für die DEL2-Playoffs qualifizieren können. „Als wir den Kader zusammengestellt haben, waren wir optimistisch, dass wir mit diesem Team unter die ersten Sechs der Tabelle kommen und damit direkt das Viertelfinale erreichen können“, erklärt Niederberger. Denn anders als bei ihrem Amtsantritt Ende April 2025 hatten er und sein Co-Geschäftsführer Rick Amann nun mehr Zeit für die (finanziellen) Planungen der bevorstehenden Saison: „Wir hatten die Gelegenheit, alles in Ruhe zu planen. Nicht nur auf dem Eis“, so Amann.
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Andreas Niederberger pflichtet ihm bei: „Wir sind mit der Entwicklung der Düsseldorfer EG auf und neben den Eis sehr zufrieden. In nahezu allen Bereichen sind wir als Club weiter als zum selben Zeitpunkt des Vorjahres.“ Vor rund 18 Monaten musste das Geschäftsführer-Duo die DEG nach dem bitteren Abstieg komplett neu aufbauen. Weder stand der Kader fest, noch der Trainer. Zwischenzeitlich drohte sogar die Insolvenz, die aber abgewendet werden konnte. Dennoch sorgen sich viele Fans weiterhin um die finanzielle Zukunft des einstigen Branchenprimus. In den vergangenen Jahren geriet die DEG immer wieder in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Vor allem nach dem Ausstieg von Namenssponsor Metro im April 2012.
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Als die einstigen Meisterspieler Niederberger und Amann zur DEG zurückkehrten, gaben die beiden Geschäftsführer an, dass die Zukunft zumindest für zwei Jahre, also bis zum Ende der bevorstehenden Saison, gesichert sei. Doch was passiert danach? „Es wird auch 2027 und danach Profi-Eishockey in Düsseldorf geben“, kündigt Niederberger an und dürfte damit viele rot-gelbe Anhänger beruhigen.
Düsseldorfer EG erstmals überhaupt ohne Liga-Derbys
Ob die DEG dann mit einer ähnlich ambitionierten Mannschaft und dem gleichen Etat an den Start gehen wird, ist aktuell aber noch nicht klar. Deswegen laufe die Suche nach potenten Geldgebern weiter auf Hochtouren. Auch, um unabhängiger von den eigenen Gesellschaftern zu sein, die nicht mehr Geld zusteuern wollen als bisher. „Wir haben zwar viele treue Sponsoren, für die wir sehr dankbar sind, aber wir sind bei weitem noch nicht da, was wir für die nächsten Jahre brauchen“, stellt Niederberger klar. Zwar könne die DEG in Sachen neue Sponsoren „noch nichts vermelden“, dennoch sei der 63-Jährige positiv gestimmt, „dass wir im November oder Dezember hoffentlich mehr dazu sagen können“. Die Planungen über 2027 hinaus seien jedenfalls „eine Herausforderung, die wir aber annehmen“, sagt Rick Amann.
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Umso mehr setzen die Geschäftsführer auf die zahlreiche Unterstützung der eigenen Anhänger im heimischen PSD Bank Dome. Durch den Aufstieg der Krefeld Pinguine in die DEL hat die DEG erstmals überhaupt in ihrer 90-jährigen, ruhmreichen Clubgeschichte in dieser Saison im Ligabetrieb überhaupt keine Derbys mehr. Die beiden Heimduelle gegen den amtierenden DEL2-Meister waren jeweils ausverkauft (13.102 Zuschauer). Ticketeinnahmen, die nun fehlen. Weitere NRW-Clubs sind nicht in der Liga vertreten.
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Um trotz des Wegfalls der beiden Krefeld-Heimspiele auf den gleichen Zuschauerschnitt wie in der vergangenen Saison zu kommen (7071 Fans pro Partie), mit dem die DEG einen neuen DEL2-Rekord aufgestellt hat, müssten zu jedem der 26 Heimspiele in der Vorrunde durchschnittlich rund 400 Zuschauer mehr in den Rather Dome strömen als in der vergangenen Saison, um die fehlenden Spiele gegen den KEV zu kompensieren, wie Andreas Niederberger vorrechnet. Deswegen ist für den ehemaligen Verteidiger klar: „Wir brauchen die Fans mehr denn je im Stadion. Die beste Werbung dafür sind gute Leistungen und guter Sport. Das wissen wir natürlich.“
Ob Aufstieg bei DEL2-Meisterschaft klappt, ist unklar
Ob die bei vielen Experten hochgehandelte DEG einen möglichen Aufstieg im Falle der DEL2-Meisterschaft wahrnehmen könnte, ist unterdessen ebenfalls noch nicht klar. Auch beim KEV stand in den ersten Wochen nach dem gewonnenen Titel im Frühjahr dieses Jahres zunächst noch nicht fest, ob die Rückkehr in die DEL finanziell gestemmt werden kann. Für Rick Amann seien dies aber „positive Probleme. Es wäre auf jeden Fall eine schöne Herausforderung, wenn wir in diese Situation kommen würden“, betont der ehemalige Meister-Kapitän der DEG.
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Andreas Niederberger will sich mit diesem Szenario ebenfalls erst dann „damit beschäftigen, wenn wir Meister werden sollten. Aber im Sport kann man keine Garantien im Vorfeld geben. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir mit der Stadt, unseren Sponsoren und Partnern Lösungen dafür finden würden.“ Rick Amann blickt jedenfalls „mit großer Zuversicht und Vorfreude auf die kommende Saison! Wir freuen uns, wenn uns möglichst viele Fans auf dieser Reise unterstützen.“





