Zahlreiche Briefe unserer Leserinnen und Leser haben in den vergangenen Wochen über die E-Mail-Adresse redaktion.oberhausen@funkemedien.de unsere Redaktion erreicht. Dabei äußern die Verfasser nicht nur ihren Unmut über bedenkliche Entwicklungen im Stadtgebiet, sondern liefern auch konstruktive Lösungen für Probleme. Hier ein Auszug aus den Leserbriefen zu aktuellen Oberhausener Themen:

Zu: XXXLutz Rück darf neues Giga-Möbelhaus am Centro bauen

„Eine neue Chance, die Wohnung aufzumöbeln“, wie es im Artikel heißt, bedeutet nach meiner Meinung zugleich den Todesstoß für die Sterkrader Innenstadt. Wie mir Planungsdezernent Thomas Palotz bei der Vorstellung des Bebauungsplans 595 (Zechenareal Sterkrade) höchstselbst bestätigte, wird Herr Segmüller wohl seine Immobilie in der Sterkrader Innenstadt (das frühere Möbelhaus Finke am Neumarkt) nie mehr für eine vernünftige Planung in Betracht ziehen. Ebenso problematisch sind die Leerstände der früheren Kaufland-Filiale und des Baumarktes Max-Bahr. Hier sollten Ihre Schwerpunkte liegen, Herr Palotz!“ Jochen Auberg

Zu: Noch ein Leerstand auf der Marktstraße: „Ich finde das beunruhigend“

„Erneut ist ein Leerstand auf der Marktstraße Schlagzeile des Tages, weitere Leerstände werden befürchtet. Das ist kein Wunder, denn: Das Konzept Innenstadt ist tot! Es stammte aus der Nachkriegszeit, wo der Mann Alleinverdiener war und die Frau als Hausfrau die Einkäufe erledigte. Wo der Bummel mit Kauf verbunden war und die immer stärker werdende Konkurrenz des Onlinehandels noch nicht einmal Zukunftsmusik war. Die klassischen großen Warenhäuser, längst ausgestorben, waren Sehnsuchtsorte. Die Zeit der Einkaufsmeilen ist vorbei. Einzige Ausnahme bilden Universitätsstädte, wo sich der Einzelhandel an das junge Publikum anpasst. Deshalb der dringende Appell: Setzen wir alles daran, Oberhausen auch zum Studienstandort zu machen! Es wäre nicht nur eine Belebung der Innenstadt, sondern auch andere Gebäude könnten profitieren. Kirchen mit ungewisser Zukunft könnten ein (universitärer) Co-Working-Space wie in Aachen werden, das Finanzamt Oberhausen-Süd zum Studentenwohnheim. Vielleicht schaffen wir es in Zukunft, die Wiege der Ruhrindustrie in eine Wiege der Wissenschaft zu transformieren. Den Versuch hätte unsere Stadt nötig und verdient.“ Tobias Szczepanski

Zu: Umbau der Marktstraße

„Wir laufen fast jede Woche einmal die Marktstraße hinunter. Der Zustand der Pflasterung der Marktstraße ist schon sehr gewöhnungsbedürftig, aber in drei Jahren wird ja wohl alles besser. Der Fortzug von kleinen Fachgeschäften ist unübersehbar und die Attraktivität der Innenstadt verbessert sich dadurch nicht. Die Leerstände nehmen zu und mit der Prämisse eines Baubeginns auf der Marktstraße und dadurch einer Einschränkung der Fußläufigkeit finden sich kaum neue Investoren. Die Idee, 80 Prozent einzelner Lokalmieten über zwei Jahre durch die Stadt Oberhausen zu subventionieren, scheint auch nicht aufzugehen. Wenn die Mieter nach der Subventionsphase diese Lokalitäten aufgeben, ist der Schaden für die Innenstadt doch immens. Dann erneut solvente Mieter zu suchen, ist kein einfacher Prozess.“ Fred Schröder

Filiale Pieper in Oberhausen Marktstraße schließt bereits zum 31.1.2026
„Der Zustand der Pflasterung der Marktstraße ist schon sehr gewöhnungsbedürftig“, schreibt Leser Fred Schröder.© FUNKE Foto Services | Körner, Theo

Zu: Weihnachtsmarkt in der Oberhausener Innenstadt

„Sollen Behinderte vom Weihnachtsmarkt ausgeschlossen bleiben? Es ist erfreulich, dass auch in diesem Jahr auf dem Altmarkt ein Weihnachtsmarkt ausgerichtet wird. Klein, aber fein und mitten in unserer Stadt. Ein Ort des Zusammentreffens und niedrigschwelliger bürgerlicher Kommunikation. Sowas brauchen wir gerade in diesen Zeiten ganz dringend. Als Rollstuhlfahrerin ist für mich die Freude allerdings erheblich getrübt. Und so geht es den zahlreichen Mitmenschen, die auf Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind, am Stock gehen oder sonst wie gehbehindert sind. Die hohen Toilettenwagen der Karnevalsgesellschaft sind unübersehbar und solide. Für deren Benutzung müssen einige Treppenstufen überwunden werden, deshalb kommen sie für unsereins natürlich nicht infrage. Letztens haben wir auf dem Duisburger Lichtermarkt einen barrierefreien Toilettenwagen entdeckt, direkt neben den beiden üblichen. Das wäre doch ein guter Standard auch in unserer Stadt, nicht nur beim Weihnachtsmarkt, sondern auch bei den zahlreichen Veranstaltungen, die ansonsten auf dem Altmarkt stattfinden. Das Gefühl des Ausgeschlossenseins für Menschen mit Behinderung empfinde ich gerade in Zeiten, in denen das Wort von der inklusiven Gesellschaft politisch und gesellschaftlich bemüht wird, als beschämend.“ Michaela Krings-Kröll

Zu: Brot statt Böller

„Als ehemaliger evangelischer Polizeiseelsorger unterstütze ich die laufende Initiative „Bundesweites Böllerverbot, jetzt!“. Ich unterstütze dies mit der christlich-ethischen Leitlinie „Schutz des Lebens“. Seit vielen Jahren appellieren in Oberhausen Kirchenkreis, Gemeinden und Privatpersonen mit dem Motto „Brot statt Böller“ an unser christliches Gewissen, den steigenden finanziellen Einsatz speziell für lautstarke Knaller einzudämmen. Mich machen derzeit widersprüchliche Statistiken besorgt, die besagen, dass eine überwiegende Mehrheit der Bevölkerung die Eindämmung befürwortet und zugleich immer mehr Millionen für Böller ausgibt. Wie erklärt sich das? Mein Plädoyer: Liebe Mitbürger, geht verantwortlich mit Feier und Feuerwerk um und verhindert, dass Mensch und Tier leiden beziehungsweise zu Schaden kommen.“ Ulrich Samse

Zuschriften an die Redaktion

Anmerkung der Redaktion: Bei den hier veröffentlichten Zuschriften unserer Leserinnen und Lesern handelt es sich um persönliche Meinungsäußerungen und Ansichten, die nicht der Auffassung der Redaktion entsprechen müssen. Wer uns seine Ansichten zu Oberhausener Themen mitteilen möchte, ist dazu herzlich eingeladen.

Dafür muss man uns eine E-Mail mit einer Betreffzeile, um welches Thema und um welchen Artikel es geht, und der eigenen Meinung an die Redaktions-Adresse redaktion.oberhausen@funkemedien.de senden - mit vollständigem Namen und vollständiger Wohnadresse. Die Zuschriften können auch in der Zeitung veröffentlicht werden. Die Wohnadresse wird nicht veröffentlicht. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zu kürzen.

Zu: Mindesttarif für Mietwagen: Oberhausen will Uber Fesseln anlegen

„So, da ist nun die Regulierungskeule schon mal herausgeholt. Und das, um völlig unsinnige Regeln der Taxen- und Tarifordnung zu schützen. Natürlich dürfen Uber-Fahrer nicht unter Mindestlohn bezahlt werden, da sollte man tatsächlich hinschauen. Aber die unsinnigen Konzessionen für Taxen und die teils wahnwitzigen Regeln, wo Fahrgäste aufgenommen werden dürfen und wo nicht, gehören mal auf den Prüfstand. 30 Euro für acht Kilometer führen dazu, dass man dieses Taxi eben nicht nimmt, weil dieser Preis einfach unvernünftig hoch ist (weil dieser Preis reguliert ist). Taxen stehen meist wartend herum, während die Uber-Fahrzeuge genutzt werden. Man sollte sich die Frage stellen, wie man Taxen attraktiver macht, nicht wie man deren monströs hohen Tarife schützt, indem man den Wettbewerb beschneidet.“ Hans-Jürgen Pelzers

Taxifahrer Oberhausen
Die harte Konkurrenz zu privaten Uber-Fahrern macht den offiziellen Taxifahrern zu schaffen - auch weil diese sich an die harten Regeln der Taxiverordnung halten müssen. Die Stadt Oberhausen überlegt, ähnlich wie die Stadt Essen einen Mindesttarif auch für Uber-Fahrten einzuführen. © FUNKE Foto Services | Lars Fröhlich

Zu: Bahn schließt Wartehäuschen am Hauptbahnhof nachts für Obdachlose

„Dieser Artikel stimmt mit der von uns erlebten Realität nicht überein. Mein Mann und ich fahren regelmäßig tagsüber mit der Bahn und vor allem von Gleis 6 und Gleis 12 ab. Dort sind die Wartehäuschen immer geschlossen - auch tagsüber. So auch heute (8. Dezember, 16 Uhr, Gleis 12). Besonders geärgert habe ich mich darüber, als vor Kurzem auch tagsüber Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt waren und wir, weil unser Zug (RE3) gestrichen wurde, über eine halbe Stunde in der Kälte auf dem zugigen Bahnhof verbringen mussten.“ Astrid Halbach

Zu: Riesen-Geldloch: Oberhausen holt dicken Sparhammer heraus

„Mit Erschrecken habe ich den Artikel zum Sparpaket gelesen. Sparen bezeichnet das Zurücklegen von Einkommen, das nicht für den unmittelbaren Konsum verwendet wird. In dem Artikel lese ich ausschließlich über Belastungen für Bürger. Ich möchte diese einzelnen Maßnahmen nicht bewerten, teilweise halte ich diese für nachvollziehbar. Die Personaleinsparung in der Verwaltung ist doch sehr unterambitioniert. Wesentliche Einsparungen konnte ich sonst dem Artikel nicht entnehmen. Journalisten sollten etwas beschreiben, wie es ist, und nicht, wie es sein soll. Aus haushälterischen Gründen wird der Bürger verstärkt zur Kasse gebeten. Also muss der Bürger sparen. Nicht die Kommune.“ Dirk Broska

Zu: Müllprobleme am Parkplatz: Containerbrand und wilde Ablagerungen

„Angezündete Container, Müllberge drumherum, Unrat und Gewerbemüll an Papiercontainern - all das kann man in Oberhausen täglich beobachten. In vielen Ländern gibt es so etwas nicht, weil die Stellen per Kameras überwacht werden. Das funktioniert im Sinne öffentlicher Sicherheit übrigens auch auf öffentlichen Plätzen und überall dort, wo viele Menschen unterwegs sind. Allerdings nicht in Deutschland: Hier ist der völlig falsch interpretierte Datenschutz wichtiger als Sicherheit, Ordnung, Sauberkeit. Man schaue mal nach London, sicher keine Hauptstadt eines Überwachungsstaates, da funktioniert das! Nur bei uns geht das nicht. Wie vieles andere mittlerweile auch. Schade.“ Hans-Jürgen Pelzers

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„Täglich sind die Container an zahlreichen Standorten im Stadtgebiet völlig überfüllt. Riesige Mengen Kartonagen und Altpapier werden daneben abgelagert und können nicht mehr dem Recycling-Kreislauf zugeführt werden, da sie neben dem dort ebenfalls illegal entsorgten Restmüll bei der täglichen Reinigung der Stellplätze zusammen mit dem Restmüll in der Verbrennungsanlage landen. Die Lebensqualität der Anwohner leidet nachhaltig unter der andauernden Vermüllung und Verwahrlosung. Ich weiß aus anderen Städten (beispielsweise Bottrop und Dorsten), dass dort ausschließlich Glassammelcontainer vorhanden sind, und dass das Stadtbild dadurch wesentlich gepflegter wirkt. Meiner Meinung nach müsste die Anzahl der Altpapiercontainer an den Sammelplätzen drastisch erhöht werden, weil durch den Versandhandel die Anzahl der Kartonagen stetig zunimmt. Die Alternative wäre, sie vollständig abzuschaffen und die blaue Tonne verpflichtend für alle Haushalte einzuführen.“ Henrik Michels

WEITERE STIMMEN VON LESERINNEN UND LESERN aus dem Jahr 2025 LESEN SIE HIER:

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