„Määäh!“ Sobald man auf den Hof der Hofkäserei Konnen einbiegt, strecken die ersten Ziegen schon neugierig den Kopf durchs Gitter. Hier am Ortseingang von Grefrath versorgt Familie Konnen 450 der Tiere, um mit ihrer Milch regionale Produkte herzustellen. Damit sind nicht nur Ziegenkäse und ‑joghurt gemeint, sondern auch Eis.

Mutter Bettina hat den Hofbetrieb eigentlich an ihre Tochter Lydia abgegeben. Doch wenn es um neue Eissorten geht, stecken die beiden noch immer die Köpfe zusammen. Momentan bieten sie 18 Sorten des hausgemachten Ziegeneises an. „Erdnuss-Salted-Karamell und Vanille mit Schokolinsen sind zuletzt dazugekommen“, beschreibt Lydia Konnen. Mutter Bettina Konnen schwärmt von einer ganz bestimmten Sorte: „Joghurt-Maracuja.“ Der Joghurt ist natürlich auch aus Ziegenmilch hergestellt. „Diese Sorte war mein Vorschlag“, gibt sie lächelnd zu.

Hofkäserei Konnen - Bööscher Ziegenkäse
Beim Stracciatella-Eis aus Ziegenmilch spart Familie Konnen nicht an Schokostückchen.© FUNKE Foto Services | kk

Sowieso hat Bettina Konnen den entscheidenden Stein für das Ziegeneis ins Rollen gebracht. Vor etwa 20 Jahren fing sie an, das Eis aus der Ziegenmilch von ihrem Hof anzubieten. „Die Kinder aus der Umgebung kamen damals schon mit den Rädern oder den Eltern bei uns vorbei. Doch mir fiel auf, dass einige der Kinder Neurodermitis hatten oder laktoseintolerant waren.“ Oft hörte sie deshalb den Satz „Eis darf ich nicht essen.“ „Ich habe immer schon daran gedacht, dass ich irgendwann ein Eis verkaufen möchte, damit die Kinder auch mal ein Milcheis essen können“, sagt die ehemalige Schäferin. Bis jetzt habe sie sehr gute Erfahrungen mit der Verträglichkeit ihres Produkts gemacht, auch bei Menschen, die eine Laktoseintoleranz haben.

Eis in Grefrath

Der Hofladen der Konnens in der Mörtelsstraße 211 in Grefrath hat montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Hier gibt es neben den hofeigenen Ziegenkäseprodukten das Ziegen-Eis abgepackt aus der Truhe für zu Hause oder für 1,70 Euro pro Kugel auf die Hand.

Das Eis von Schmecklecker gibt es in verschiedenen Größen: Der kleine Becher mit circa 125 Millilitern kostet 3,50 Euro, der große Becher mit 300 Millilitern kostet 6 Euro. An den Automaten sind Bar- und Kartenzahlung möglich. Die genauen Standorte der drei Automaten sind auf folgender Internetseite vermerkt: www.schmecklecker-eis.de. Ein vierter Automat ist in Planung, wie Jan-Niklas Nytus verrät. Die Eisdiele an der Hauptstraße 2 in Grefrath Mülhausen öffnet immer donnerstags und freitags von 14 bis 19 Uhr und samstags und sonntags von 12 bis 19 Uhr.

„Von der Grundherstellung ist es genau gleich zu Milcheis aus Kuhmilch. Ohne Zucker geht es nicht. Aber wir versuchen, so wenig wie möglich und so viel wie nötig zu verwenden“, beschreibt Lydia Konnen. „Es ist Fluch und Segen zugleich: Ziegeneis zieht sehr schnell Fremdgeschmack aus der direkten Umgebung an. Dafür ist es cremiger, vollmundiger und geschmacksintensiver. Aber man schmeckt nicht, dass es aus Ziegenmilch ist“, verspricht Bettina Konnen.

Grefrath - Hofkäserei Konnen
Lydia Konnen führt die Hofkäserei und Ziegenfarm Konnen mit 450 Tieren.© FUNKE Foto Services | Lars Heidrich

In der charmanten Auslage im Hofladen finden sich neben Vanille, Schoko und Nusseis auch Erdbeer- oder Mangosorbet. „Die Standardsorten müssen sowieso immer sein. Banane hat sich aber zum Beispiel nicht so durchgesetzt“, beschreibt Lydia Konnen. Dafür sind andere Varianten sehr beliebt: „Bei unserem Stracciatella-Eis muss man nicht die Schokostückchen suchen“, lobt sie. Momentan verkauft die Familie ihr Eis für 1,70 Euro pro Kugel. Auch größere Packungen sind im Hofladen erhältlich – für zu Hause. Aber schmeckt das auch wirklich nicht nach Ziege? „Wir sind da fies“, sagt Mutter Bettina lachend, und verrät ihren Trick bei skeptischen Besuchern. „Wir versuchen dann, die Leute mit dem Erdbeer-Sorbet zu ködern. Wenn sie dann sagen, dass es ihnen zu sehr nach Ziege schmeckt, wissen wir: Diese Menschen können wir nicht mehr überzeugen. Die Leute, die es kennen, lieben es.

Schmecklecker Eisdiele und Eisautomaten

Etwa fünf Kilometer weiter gibt es ein Schlemmerparadies für Eisliebhaber, die lieber Eis aus Kuhmilch mögen. An der Hauptstraße 2 in Grefrath Mülhausen haben die Geschwister Ann-Kathrin Hoogen und Jan-Niklas Nytus ihre Eisdiele namens „Schmecklecker“ eröffnet. Schon seit 2021 versucht sich das junge Geschwisterpärchen an regionalen und saisonalen Eissorten aus den Automaten. „Wir arbeiten nicht einfach nur mit Pulvern und Pasten“, sagt Jan-Niklas Nytus. Stattdessen verwenden sie regionale und saisonale Zutaten. Die Bio-Milch für ihr Eis nehmen sie zum Beispiel vom Schauhof in Willich.

Als „Schmecklecker“ bezeichnet man am Niederrhein einen Liebhaber oder eine Liebhaberin leckerer Speisen. Ein sehr passender Name für eine Eisdiele am Niederrhein also! Das erste Eislabor eröffneten Ann-Kathrin Hoogen und Jan-Niklas Nytus auf dem elterlichen Hof in Kempen. Seit 2025 befindet sich das Eislabor direkt neben der Eisdiele in Mülhausen. Beide Räume sind durch ein Fenster verbunden, sodass neugierige Besuchende auch mal einen Blick hineinwerfen können.

Kempen - Niederrheinseite - Ann-Kathrin Hooger und Jan-Niklas Nuytus haben das Eislabor fürs "Schmecklecker"-Eis gegründet
Bei Ann-Kathrin Hooger und ihrem Bruder Jan-Niklas Nuytus kommen nur regionale Früchte ins Eis.© FUNKE Foto Services | Lars Heidrich

Für Klassiker wie Vanille oder Schokolade greifen sie auf Fair-Trade-Zutaten zurück. Sonst stellen sie alle Eissorten aus frischen Früchten aus der Region her. „Die meisten kommen zu uns, weil sie das wissen auch. Wir müssen trotzdem immer wieder erklären, warum wir ab Ende Juli kein Erdbeereis mehr haben. Aber das tun wir gerne“, sagt Jan-Niklas Nytus. Gerade ist Pflaumen-Saison. Und weil nicht jede Frucht der anderen gleicht, spiegelt sich das auch im Eis: „Je nachdem, wie viel Sonne die Früchte hatten. Mal kann das Eis dann süßer, weicher, fester, heller oder dunkler sein“, erklärt der Eismacher.

Kempen - Niederrheinseite - Ann-Kathrin Hooger und Jan-Niklas Nuytus haben das Eislabor fürs "Schmecklecker"-Eis gegründet
Inzwischen gibt es drei Schmecklecker-Automaten am Niederrhein.© FUNKE Foto Services | Lars Heidrich

Und die Eissorten sind alles andere als langweilig. Sogar an einem Rübenkraut-Pumpernickel-Salz-Eis hatten sie schon im Sortiment. „Das war eine Herbstsorte“, erinnert sich Nytus. „Wir hangeln uns so von Idee zu Idee.“ Und von Jahreszeit zu Jahreszeit. Welche Ideen gibt es diesen Herbst auf der Speiseeiskarte? „Apfel-Streusel, das schmeckt wie ein Apfelkuchen. Damit gab es gute Erfahrungen“, beschreibt Nytus. „Milchreis-Zimt ist auch ein Klassiker geworden, genauso wie Mohn.“

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Aktuell führen sie auch noch Himbeer-Sorbet. Und letzte Reste von einer ganz besonderen Sorte sind auch noch zu haben: ein Eis aus grüner Traube. „Unsere Tante Christa hat im Schrebergarten ganz viele Traubensorten. Aus ihren unreifen Traubensorten haben wir Verjus, also französisch für grüner Saft, hergestellt und damit ein Eis kreiert“, sagt Nytus. Er beschreibt es als „ähnlich zu Zitroneneis, aber ein feinerer Geschmack“. Das kann man nur noch kurze Zeit in der Eisdiele probieren. In den Automaten ist es nicht erhältlich: „Wir hatten nur eine Chance, dieses Eis zu machen, deshalb gibt es das nur in der Eisdiele“, erklärt der Eismacher.

Auch besonders: das Heu-Eis des Geschwister-Paares, „aus Bio-Heu, das in Milch eingelegt wird“. Es soll so schmecken, wie Heu nach dem Mähen riecht. „Manche feiern es sehr. Dieses Jahr hatten wir sogar Vorbestellungen“, lobt Nytus. Aber auch Heu hat seine Saison: „Wir tauschen gerade gegen Lavendel aus.“