Das Leben für die Regionalliga-Handballer des OSC Rheinhausen wäre deutlich entspannter, würde die Tabelle der 3. Liga Süd-West in der aktuellen Version eingefroren. Das derzeit günstige Tableau, auf dem aus dem Nordrheinbereich nur der TV Korschenbroich auf einem Abstiegsplatz gelistet ist, hätte für die Regionalliga und den OSC zur Folge, dass nur vier Teams in die Oberliga runter müssten. Nach dem 35:33 über die HSG Siebengebirge-Thomasberg, die den viertletzten Platz belegt und nur noch drei Punktspielchancen besitzt, würde das Team von Trainer Thomas Molsner in den ausstehenden vier Partien lediglich einen Zähler zur Rettung benötigen.
OSC Rheinhausen am Traditionsstandort in Gummersbach
Zu komplex das Ganze? Viel einfacher geht das Erklärstück allerdings nicht. Und auch beim OSC würden sie am liebsten nicht darauf schauen müssen, ob in der 3. Liga Süd-West der TV Aldekerk oder die Bergischen Panther in den verbleibenden fünf Spielen nicht doch noch auf einen Abstiegsplatz rutschen. „Wir haben alles selber in der Hand und wollen die Sache für uns auch positiv lösen“, versicherte OSC-Mittelangreifer Max Molsner nach dem am Ende etwas zittrigen Heimsieg über Siebengebirge. Am Sonntag (18 Uhr, Moltkestraße) bietet sich in der traditionellen Gummersbacher Eugen-Haas-Sporthalle beim HC Gelpe/Strombach die Gelegenheit, die seit Wochen kursierenden Rechenspielereien auf ein Minimum einzudämmen.

Das sieht auch Co-Trainer Sascha Wistuba so, der am Saisonende bekanntlich mit Nico Biermann den aktuellen Cheftrainer Thomas Molsner beerben wird: „Es ist verrückt, mit 20:20 Punkte in akuter Abstiegsgefahr zu sein. Und die Wahrscheinlichkeiten sind eben nicht absehbar. Auch deshalb war der Heimsieg gegen Siebengebirge enorm wichtig: einmal für die Tabelle, dazu für das Selbstvertrauen.“
Für den OSC Rheinhausen trifft Daniel Zwarg 17-mal ins Netz
Die Rheinhauser dürften mit einer gewissen Euphorie in Gelpe auflaufen. Allen voran Rückraumschütze Daniel Zwarg, der gegen Siebengebirge außergewöhnliche 17 Treffer zum Sieg beisteuerte. „Natürlich hat Daniel ein Sonderlob bekommen. Die Mannschaft hat ihn allerdings auch hervorragend in Szene gesetzt. Das sollte Sonntag am liebsten wieder so sein“, bekräftigt Co-Trainer Wistuba.

In Gelpe muss der OSC erneut auf Rückraumspieler Fabian Büttner (Schulterverletzung) und Winterzugang Max Schlögl (Saisonende wegen Leistenblessur) verzichten. Büttner wird wohl erst nach dem Nachholspiel am 12. April beim HC Weiden wieder mitmischen können. Weiterhin etwas grippegeschwächt ist Linksaußen Noah Adrian unterwegs, der gegen Siebengebirge die Siebenmeterwürfe lieber Daniel Zwarg überlassen hatte. Sonntagabend in Gelpe werden die Gäste vor allem auf Linkshänder Julian Mayer als Rückraumschütze ein Auge haben. „Er ist immer ein Zehn-Tore-Aspirant“, betont Co-Trainer Wistuba.
OSC Rheinhausen hat noch drei neue Spieler im Visier
Der Coach hat natürlich auch den Kader für die neue Saison im Blick. Drei Kandidaten scheinen für Rheinhausen interessant: zwei Rückraumspieler sowie ein junger Rechtsaußen, der Felix Käsler entlasten könnte. „Wir sind da in aussichtsreichen Gesprächen“, versichert Sascha Wistuba, „aber es hängt auch einiges am Klassenerhalt.“ Die Regionalliga ist eben attraktiver als die Oberliga.
Apropos: Die zweite OSC-Mannschaft kann am Samstag (18 Uhr, Halle Josefstraße) beim TV Borken mit einem Sieg den Aufstieg in die Oberliga vor dem zweitplatzierten HC TV Rhede klarmachen. Das Team von Trainer und Ex-Bundesliga-Torhüter Matthias Puhle hat 20 seiner 21 bisherigen Partien gewonnen.


