Dem SV Scherpenberg steht in den kommenden vier Tagen ein doppeltes Derby mit dem SV Budberg ins Haus. Am Donnerstag (19.30 Uhr, Asberger Straße) geht es in der Fußball-Landesliga um Punkte, am Ostermontag (17 Uhr, Filder Straße beim GSV Moers) duellieren sich die Teams, wie im Vorjahr, im Finale des Kreispokals. Dazu beschäftigen sich die Moerser aktuell mit einer dritten Baustelle. Zwei Tage nach dem Spielurteil zum abgebrochenen Derby beim GSV Moers haben die Scherpenberger dem Schreiben der Verbandsspruchkammer widersprochen.
SV Scherpenberg muss zweimal 200 Euro bezahlen
„Wir wollen, dass der Spielabbruch und die Ursache dafür durch eine erhebliche Beleidigung gegen unseren Trainer gemeinsam verhandelt wird“, betont Scherpenbergs Sportlicher Leiter Sven Schützek. Bisher ist die Marschroute von Leonhard Kentsch, dem Vorsitzenden des Verbandssportgerichts, jene, Abbruch und die diskriminierende Beleidigung eines GSV-Spielers gegen SVS-Cheftrainer Christian Mikolajczak getrennt zu beurteilen. Den Grafschaftern wurden die drei Punkte mit einer 2:0-Spielwertung am Montag bereits zugesprochen. Gegen das Urteil hat Scherpenberg fristgerecht Widerspruch eingelegt. Das kostete ebenso 200 Euro wie der Spielabbruch selbst. Wie die Sache nun weitergeht, wird sich zeigen. Am 15. März ereignete sich der Abbruch kurz nach dem vermeintlichen 2:1-Siegtreffer des GSV in der 88. Minute.

Sportlich hat das damalige Derby den Mikolajczak-Mannen nicht nachhaltig geschadet. Es gab seitdem ein 0:0 gegen den VfB Bottrop sowie drei Siege bei Arminia Klosterhardt (2:1), gegen den 1. FC Lintfort (2:1) und bei Blau-Gelb Überruhr (5:1). „Meine Mannschaft hat Selbstvertrauen getankt und wird ein anderes Gesicht zeigen als im Hinspiel“, betont Trainer Mikolajczak. Beim 1:4 war für die Moerser Gäste nicht allzu viel drin.
Letzter Scherpenberg-Sieg vor zehn Jahren
Am 22. März 2015, also vor zehn Jahren, hat der SV Scherpenberg in einem Pflichtspiel gegen den SV Budberg den letzten Sieg gelandet. Damals trafen sich die Teams in der Bezirksliga. Die Moerser Gäste setzten sich mit 6:3 durch. In den folgenden vier Duellen seit 2023 haben allerdings klar die Budberger die Nase vorn. Auf ein 2:2 in Asberg folgten in der Landesliga ein 3:1 und ein 4:1 in den Heimspielen. Dazu gewann der SVB am Pfingstmontag 2024 mit 4:3 auch den Kreispokal. Neun der 13 Budberger Tore erzielte dabei übrigens Mittelstürmer Moritz Paul.
SV Scherpenberg hat noch vier Ausfälle zu beklagen
Für Wechsel in der Startelf im Vergleich zum Überruhr-Sieg gibt es wenig Argumente. Linksaußen Luca Grillemeier wird wegen einer Knieverletzung vom Sonntag wohl ausfallen. Am Donnerstagvormittag soll eine MRT-Untersuchung Klarheit über die Blessur bringen. Sicher ausfallen werden dazu El Houdine Bougjdi, Emirhan Karaca sowie die dauerverletzten Ömer Akbel und Robin Fuhrmann. Im defensiven Mittelfeld bleibt Nick Noah Redam eine Bankalternative. „Ihm fehlt allerdings noch ein wenig die Kondition für volle neunzig Minuten“, sagt Trainer Christian Mikolajczak. Heißt: Vermutlich startet der US-Amerikaner Darius Jones für Grillemeier auf der linken Seite. Der Rest bleibt im Vergleich mit der Überruhr-Startelf unverändert.

Personelle Rotationen mit Blick auf das Kreispokalfinale am Ostermontag sind für den Coach übrigens kein Thema. „Es liegen fast vier volle Tage zwischen den Spielen“, argumentiert Mikolajczak. Das sieht sein Budberger Kollege Tim Wilke, der mit seiner Mannschaft als Tabellendritter weiter im Aufstiegsrennen dabei ist, naturgemäß etwas anders. Die Schwarz-Weißen haben allerdings auch mehr Feldspieler zur Verfügung. „Wir werden uns mit einer überragenden Mannschaft messen, die in der Rückrunde deutlich öfter ihre PS auf die Strecke bringt“, betont Coach Wilke.
SV Budberg: Tim Ulrich und Jan Luca Häselhoff sind zurück
Offensivspieler Tim Ulrich ist ebenso zurück im Training wie Innenverteidiger und Kapitän Jan Luca Häselhoff. Nach fast zwei Monaten Verletzungspause übte Fynn Eckhardt zwar in dieser Woche wieder mit, dürfte aber für den Kader wohl noch kein Thema sein. Das gilt auch für Davud Kocagöz (Adduktorenverletzung). Linksverteidiger Jeremy Umberg ist nach abgesessener Gelb-Sperre wieder im Team.
Kuriosum am Rande: Coach Wilke wird erstmals nach sechs Jahren Amtszeit seit Sommer 2019 ein Pflichtspiel seiner Budberger wegen eines lange geplanten Kurzurlaubs verpassen. Co-Trainer Matthias Prinz wird am Donnerstagabend an der Seitenlinie coachen.


