In den ersten Wochen des neuen Jahres ist in Oberhausen schon vieles in Bewegung geraten, vom dicken Sparpaket mit höheren Parkgebühren über die frühmorgendliche Fällung der Alstadener Buche bis hin zu einer möglichen Arbeitspflicht für Geflüchtete. Oberhausener Bürger sind bekanntlich recht meinungsstark. Sie schreiben ihre Ansichten zu stadtweit bewegenden Themen direkt und ehrlich auf und senden Mails über die E-Mail-Adresse redaktion.oberhausen@funkemedien.de an die Redaktion. Wir dokumentieren hier Auszüge aus den Zuschriften:
Zu: Sparpaket - Oberhausen braucht Geld und erhöht die Parkgebühren
„Die Parkgebühren werden erhöht, die Bettensteuer in diesem Jahr zwar noch nicht, aber… Die Preise für Anwohnerparkausweise werden verdoppelt. Da kommt alle Kreativität zum Tragen. Unsinnige Projekte infrage zu stellen oder grundsätzlich einmal auf den Kostenapparat zu schauen, sollte da eher die Priorität sein. Es gibt in Oberhausen so viele Beispiele für Geldverschwendung, man muss sie nur sehen wollen. Und wenn dann wieder Hinweise auf Fördermittel kommen, vergisst die Stadt alles andere, inklusive Eigenanteile und Folgekosten. So wird das nichts.“ Hans-Jürgen Pelzers
Zu: Fällung der Buche in Alstaden
„Umweltschutz, Klima, Naturschönheit – das alles scheint in Oberhausen keine Rolle zu spielen. Wir sind eine so arme Kommune, dass es auf jeden Cent Förderung anzukommen scheint. Dann spielt ein so selten schöner, alter Baum keine Rolle mehr. Wirklich ärmlich!“ Renate Stelzer

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„Ich möchte hiermit meine Bestürzung und Trauer über die Fällung (bei Nacht und Nebel) der uralten, wunderschönen und schattenspendenden Buche zum Ausdruck bringen. Die nächsten Wahlen werden folgen.“ Heinz-Jürgen Pfeifer
„Die Entscheidung der Stadtspitze, die Buche an der Kewerstraße fällen zu lassen, ist äußerst schwer nachvollziehbar und wirkt wie ein vermeidbares Eigentor. Wiederholt entsteht der Eindruck, dass berechtigte Anliegen der Oberhausener Bevölkerung nicht ausreichend berücksichtigt werden. Besonders irritierend ist, dass diese Entscheidung vom Rat mitgetragen wurde. Gerade nach dem Wechsel an der Rathausspitze bestand die Hoffnung auf einen sensibleren und transparenteren Umgang mit städtischen Belangen. Das Wesen der Dummheit ist die Ignoranz.“ Friedhelm Holstein
„Nacht- und Nebel-Aktionen haben immer ein ,G’schmäckle‘. Zudem wird die fast gleichzeitige Fällung mehrerer Bäume vor dem noch vorhandenen Concordia-Haus kaum erwähnt.“ Ute Weinsheimer

„Ich muss zur Fällung der Buche meinem Ärger und meiner Enttäuschung über die traurige Entscheidung der Stadt, entgegen dem deutlich kundgetanen Bürgerwillen, Luft machen: Wenn der Bürgerwille für fadenscheinige verkehrspolitische Entscheidungen beharrlich ignoriert wird, wird der Begriff ,Volksvertretung‘ zur reinen Farce!“ Birgit Drießen
„Ein schwarzer Tag für unseren Stadtteil. Alle, die Alstaden lieben, sich mit dem Stadtteil verbunden fühlen und gerne mit den Menschen hier leben, sind entsetzt, traurig und auch sehr, sehr wütend. Unsere Landmarke und unser Naturdenkmal einfach abgesägt und entsorgt. Das haben wir unseren gewählten Vertretern (es gab einige wenige, die sich der Abholzung entgegenstellten) zu verdanken. Dieser Baum war absolut schützenswert und wertvoll.“ Regina und Harald Spiegel
„Die Stadt Oberhausen hat es mal wieder geschafft, einen gesunden, hundert Jahre alten Baum zu fällen. Nicht zum ersten Mal ist man in dieser Stadt nicht fähig, mit alten Bäumen zu planen. Kettensäge und weg, das ist einfacher. Vom Volk gewählte Politiker regieren gegen große Teile des Volkes. Tut mir leid, aber ich habe ein anderes Demokratieverständnis und verachte diese Ignoranz.“ Manfred Strempel
Zu: Grüne zum Drama um die Buche: Warum kam vom Oberbürgermeister kein Machtwort?
„Die Fraktion der Grünen in der Bezirksvertretung Alt-Oberhausen verlangt ein ,Machtwort‘ des Oberbürgermeisters. Was ist das denn für ein Demokratieverständnis? Soll unsere Legislative nun durch Machtdemonstrationen eingeschränkt oder eingeschüchtert werden? Die Grünen sollten ihr Verhältnis zur Demokratie mal überdenken und Gesetze und Verordnungen demokratisch akzeptieren lernen.“ Ingrid Neubauer
Zu: Niedergang einer Innenstadt / Interview mit dem neuen Sterkrader Bezirksbürgermeister Albin Bajric
„Das Möbelhaus Finke ist ein Streitobjekt seit einem Jahrzehnt. Es gibt eine traurige Ursache: Kein Kaufmann investiert in ein Objekt, das sich finanziell nicht rechnet. Was hat die Innenstadt von Sterkrade groß zu bieten? Wo ist die Post hin entschwunden? Nur ganz wenige Fachgeschäfte konkurrieren mit Läden ohne Zukunft. Allein der Markt ist ein Lichtblick. Jetzt soll ja die Sterkrader Innenstadt hochwertig renoviert werden. Aber auch diese Maßnahme ergibt nur Sinn, wenn attraktive Geschäfte Kunden anlocken – und da sieht es leider sehr duster aus.“ Norbert Heyer
„Hören sich unsere (Lokal-)Politiker eigentlich mal selbst zu? ,Man muss dann aber auch damit leben, dass es einen Kompromiss gibt.‘ Die Fällung der Buche, der Ausbau der Autobahn, die Bebauung der Zeche Sterkrade – sind das für Herrn Bajric Kompromisse? Kaufland und ehemals Finke sind in Privatbesitz? Wer hat die Grundstücke denn an Privat verkauft? Anscheinend völlig ahnungslose Politiker. Da werden riesige Flächen mit Zentrallagern versiegelt, ohne wenigstens minimale Anforderungen wie Solarausbau oder Dachbegrünung zu stellen.“ Melanie Bergmann

„Das ist schon eine merkwürdige Art, wie sich die SPD um Fußballfans sorgt. Wenn die Landesregierung im Austausch mit den US-Behörden stehen sollte, was sollte das bringen? Im Zweifel wird von diesen Behörden mitgeteilt, dass selbstverständlich alles und alle in den USA sicher sind. Wenn das Auswärtige Amt der BRD eine Reisewarnung ausspricht, liegt es allein an den Fußballfans, ob sie sich der Willkür der amerikanischen Behörden aussetzen.“ Margret Schreiber
Zu: Mögliche Arbeitspflicht für Asylbewerber
„Ich bin kein AfD-Wähler, aber der Arbeitspflicht für Asylbewerber kann ich nur zustimmen. Es kamen ,Gastarbeiter‘ aus der Türkei, Spanien, Italien und Griechenland in unser Land, ohne unsere Sprache zu können. Sie mussten auf der Arbeit Deutsch lernen, haben bis heute korrekte Arbeit abgeliefert und sich integriert. Etliche Flüchtlinge sind schon Jahre in Deutschland, ohne unsere Sprache zu lernen, ohne integriert zu sein. Vielleicht hilft eine Arbeitspflicht auch ihrem Selbstwertgefühl, der Allgemeinheit etwas zurückzugeben. Und es sind nicht nur 80 Cent pro Stunde, die diese Menschen bekommen, sondern es sind auch Unterkunft, Essen und Taschengeld.“ Diethelm Wudzke
„Ich bin weit davon entfernt, Anhänger der AfD zu sein! Aber was ist so verwerflich daran, diesen Menschen eine sinnvolle Tätigkeit zu geben? Bei mir in der Nachbarschaft sind Männer aus der Ukraine untergebracht, die schon vormittags zusammensitzen und sich von innen ,einheizen‘. Warum gibt man diesen Leuten nicht Gelegenheit, ihr soziales Umfeld zu verbessern und etwas zum Wohle der Allgemeinheit zu tun? Bei Bekannten kommt ein ukrainischer Gärtner vorbei, der den Garten pflegt; die Verständigung funktioniert mittels einer App auf dem Smartphone wunderbar.“ Friedhelm Saes
Zu: Kämmerer redet unsere Stadt schlecht / Das Dilemma der Ruhrgebiets-Politiker
„Wenn Herr Tsalastras schon vorher wüsste, was ,Der Spiegel‘ von seinen Aussagen druckt, wie Frau Stehr es behauptet, müsste er ein Hellseher sein. Hätte er diese Gabe, würde unsere Stadt bestimmt besser dastehen. Die leeren Einkaufswagen an der Bebelstraße und rund ums Bero-Center sind auch kein Spiegelbild von Armut, sondern Diebstahl von Menschen, die unsere Werte nicht respektieren. Auch in den Jahren der CDU-Regierung standen Einkaufswagen an der Bebelstraße, waren die Papiercontainer am Fröbelplatz und der Abfallberg an der Ruhrorter Straße Richtung Duisburger Straße vorhanden. Man sollte jetzt nicht darauf rumhacken, was man vorher hätte verbessern können.“ Diethelm Wudzke

„Der Kämmerer der Stadt Oberhausen, Apostolos Tsalastras, macht zu Recht auf die desaströse finanzielle Situation der meisten NRW-Kommunen aufmerksam. Nach einer Befragung des Städtebundes von 2024 erwarten die meisten NRW-Kommunen, dass sie zukünftig keinen ordnungsgemäßen Haushalt mehr aufstellen können. Ihr Eigenkapital ist in wenigen Jahren verbraucht. 240 der Mitglieder des Städte- und Gemeindebundes erwarten, dass dieser Zustand bis 2028 eintritt. 13 Kommunen haben bereits jetzt ihr Eigenkapital vollständig aufgebraucht. Auch Oberhausen gehört seit Jahren zu diesen Kommunen. Wenn die Rücklage aufgezehrt ist, werden die Regierungspräsidien diesen Kommunen Haushaltssicherungsmaßnahmen aufzwingen. Das bedeutet, dass radikale Kürzungen bei allem, was Kommunen lebenswert macht, vorgenommen werden müssen. Dies ist eine Folge der Politik der Landesregierung, die den Kommunen eine ausreichende Finanzierung verweigert. Oberhausen und anderen NRW-Kommunen droht der endgültige Bankrott.“ Martin Nees
Zu: 30er Zone in Oberhausen rechtswidrig: Autofahrer hat mit Beschwerde Erfolg
„Als Pendler befahre ich jeden Tag mit dem Fahrrad die Mühlenstraße auf dem Weg nach Essen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Nicht Tempo 30 ist hier das Problem, sondern die extrem schmalen Schutzstreifen. Diese verleiten Autofahrende dazu, haarscharf an der gestrichelten Linie entlangzufahren, ohne Rücksicht auf Radfahrende und Überholabstand von anderthalb Metern. Rechts neben den Schutzstreifen parken Autos, so dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis es hier zu einem Dooring-Unfall kommt. Auf der Mühlenstraße fahren jetzt schon viele Autos schneller als 30 km/h, wie die Blitzer beweisen. Von Anwohnern ist die Sorge zu hören, dass bald die Raserei losgeht, wenn 50 km/h erlaubt werden. Für die Sicherheit der Anwohner*innen und der Radfahrenden wäre es besser, die untauglichen Schutzstreifen zu entfernen, statt die zugelassene Geschwindigkeit zu erhöhen.“ Dietmar Reimer

„Es ist nicht nur nervend, sondern auch egoistisch-rücksichtslos und ein Merkmal der Dummheit. Die Stoag handelt kundenfeindlich. Daher ist es für mich nur ein Punkt von vielen, den ÖPNV heutzutage nicht zu nutzen.“ Andres Schellhaus
So schreiben Sie an die Redaktion
Anmerkung der Redaktion: Bei den hier veröffentlichten Zuschriften unserer Leserinnen und Leser handelt es sich um persönliche Meinungsäußerungen und Ansichten, die nicht der Auffassung der Redaktion entsprechen müssen. Wer uns seine Ansichten zu Oberhausener Themen mitteilen möchte, ist dazu herzlich eingeladen.
Dafür muss man eine E-Mail mit einer Betreffzeile, um welches Thema und um welchen Artikel es geht, und der eigenen Meinung an die Redaktionsadresse redaktion.oberhausen@funkemedien.de senden – mit vollständigem Namen und vollständiger Wohnadresse. Die Zuschriften können in der Zeitung veröffentlicht werden. Die Wohnadresse wird nicht veröffentlicht. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zu kürzen.
Zu: CDU kachelt weiter gegen Thorsten Berg – wegen Aus für Dialog-Tour
„Wie lange möchte Frau Stehr das noch machen? Wenn ich in der Stadt etwas verbessern möchte, gehe ich zu den gewählten Ratsmitgliedern meines Sprengels oder zu den Mitgliedern der Bezirksvertretung. All diese Menschen kann man entweder über die Homepage der Stadt erreichen oder man trifft sie bei nahezu allen öffentlichen Veranstaltungen in der Stadt. Näher geht es nun wirklich nicht. Übrigens habe ich Oberbürgermeister Thorsten Berg auf dem Schmachtendorfer Nikolausmarkt gesehen, wie er im Gespräch mit einigen Bürgern war. Wenn man wirklich etwas von den Politikern unserer Stadt möchte, braucht man keine Showveranstaltung auf der Bühne.“ Michael Bremer

Zu: Illegale Lack-Entsorgung: So dreist gehen Müllsünder in Oberhausen vor
„Diese Art der Entsorgung von Müll ist doch mittlerweile Standard. Wer sich die Papier- und Glascontainer-Standorte anschaut, sieht das jeden Tag. Gewerblicher Müll wird dort übrigens auch regelmäßig entsorgt. Sehr zum Ärger aller Bürger, die immer wieder vor überfüllten und vermüllten Containern stehen. Lösung des Problems: Kameraüberwachung aller Container-Standorte einführen. Nur so lassen sich die Übeltäter abhalten.“ Hans-Jürgen Pelzers
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