Zusammenfassung
- Im Sommer sorgen Themen wie Hitzewellen, Parkplatzmangel und hitzige Debatten im Stadtrat in Oberhausen für viele emotionale Leserbriefe.
- Die Zuschriften drehen sich unter anderem um Streit über neue Schulen, Verkehrsprobleme, fehlende Grünflächen, teure Bauprojekte und den Wegfall von Bargeld im Nahverkehr.
- Viele Oberhausener zeigen sich frustriert über die Entscheidungen der Stadt und fordern mehr Rücksicht auf Klimaschutz, Lebensqualität und die Bedürfnisse aller Bewohner.
Die Hitzewellen treiben Oberhausenerinnen und Oberhausener um. In der am stärksten versiegelten Stadt in NRW ermahnen mehrere Stimmen in Mails an die Lokalredaktion die Stadtoberen, Freiflächen nicht mehr weiter zu betonieren.

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Weitere Aufreger-Themen sind der geplante teure Kiosk in Sterkrade-Mitte, die rasenden Lkw- und Busfahrer, der Stopp einer neuen Gesamtschule durch den Rat und die Überlegung der Nahverkehrsbetriebe im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, in Zukunft keinen Fahrkartenverkauf mit Bargeld zu ermöglichen. Hier Auszüge der Stimmen unserer Leserinnen und Leser:
Gesamtschule gescheitert
Zu: Neue Gesamtschule dringend nötig – doch die Pläne liegen nun auf Eis/Schuldebatte in Oberhausen: „Ein bildungspolitischer Offenbarungseid“
Obwohl ich derzeit in keiner Partei aktiv bin, schaue ich mir die Ratssitzung der Stadt Oberhausen an. Die letzte Ratssitzung am 13. Juli jedoch machte mich wirklich fassungslos. Hier ging es doch nicht mehr um das Interesse der Bürger, sondern nur noch um eigene Selbstdarstellung. Da wird über den Zeitpunkt des Eingangs einer Mail mehr diskutiert als über den Sinn/Unsinn eines Antrages. Es wird der Bau einer Schule verhindert, weil man persönlich nicht abgeholt wurde oder der anderen Partei eine Zustimmung nicht gegönnt wird.
Verletzte Eitelkeiten, Wortbeiträge, denen nur schwer zu folgen ist, obwohl es wichtig wäre, diese zu verstehen. Wortbeiträge, die ins Leere laufen, weil man auf die Antwort des Kämmerers nicht reagieren kann oder will. Wirkliche Verunglimpfung von Personen in Redebeiträgen: Dies hat mit Meinungsfreiheit nichts mehr zu tun.
Keine einzige Gruppe in diesem Rat steht noch auf dem Boden der Tatsachen und im realen Leben. Somit kann auch NIEMAND mehr die Bürger wirklich vertreten. Das ist wirklich traurig und schlimm. Es gibt für mich nur ein Wort dafür: „Kindergarten“. Ute Joffroy-Limbeck
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Keine autofreie Zone
Zu: Politik will auf Parkplätze in Oberhausen nicht verzichten
Ja, unsere Stadt braucht dringend Luft zum Atmen. Gerade in Oberhausen, wo es eine größere Anzahl Autobahnen gibt. Die letzten Sommer waren teilweise recht heiß und das wird vermutlich so bleiben. Aber kann es die Lösung sein, Autofahrer aus diesem Bereich herauszuhalten? Nicht jeder Autofahrer hat ein Fahrrad in der Garage, welches er bei großer Hitze, Regen, Schnee ohnehin nicht herausholen wird.
Es ist ein Trugschluss: Autos ausschließen – und dann fahren alle Rad. Osterfeld hat ohnehin relativ wenig Parkplätze. An der Westfälischen Straße sind die Stadtbücherei, eine große Filiale der Sparkasse, einige Ärzte, Bäcker, und eine Apotheke. Sollen die in Zukunft nur noch von jüngeren Leuten bei vorzugsweise gutem Wetter angesteuert werden? Es muss doch möglich sein, eine gute Lösung für alle Interessen zu finden. Anette Friedhoff
Und wieder werden Lebensqualität, Verkehrssicherheit und Klimaschutz auf dem Altar der heiligen Kuh Parkplätze geopfert. Selbst vor dem Hintergrund der letzten Hitzewelle und Tausender hitzebedingter Todesfälle in Deutschland schafft es die Oberhausener Politik nicht, sich von ihrem Dogma zu lösen, dass Parkplätze oberste Priorität bei der Stadtplanung haben. Wissenschaftliche Studien zum Einfluss von Parkplätzen auf Wirtschaft und Einzelhandel werden konsequent ignoriert; dass Menschen auch ohne Auto zu einer Bibliothek kommen könnten, ist für Frau Wilts anscheinend undenkbar.
Dass nicht einmal im Bereich einer Schule ein verkehrsberuhigter Bereich geschaffen werden kann (außer in einem „sehr eng gefassten Bereich“), macht fassungslos und zeigt einmal mehr, wie rückwärtsgewandt und menschenfeindlich Oberhausener Verkehrspolitik ist. Thomas Michel
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Recht auf grüne Fassaden
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Die eigenen vier Wände, die eigentlich Schutz bieten sollen, werden für immer mehr Menschen in Oberhausen zur Falle. Die Stadt wird lebensgefährlich heiß. In diesem Sommer weiß ich oft nicht mehr, wohin mit mir oder meinem Hund.
Über 140.000 Oberhausenerinnen und Oberhausener gelten als akut hitzegefährdet, wie neue Klimadaten des Landesumweltamtes zeigen. Wir wohnen in Häusern und Vierteln, die sich während der Hitzeperioden kaum abkühlen und dringend besser geschützt werden müssen.
Besonders hart trifft es die, die sich am wenigsten schützen können. Wer im aufgeheizten Altbau unterm Dach wohnt, sich keine Klimaanlage leisten kann und keinen kühlen Rückzugsort hat, ist der Hitze schutzlos ausgeliefert.
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Aber diejenigen, die in ihren Wohnungen sitzen und schwitzen, können selbst nicht mitbestimmen, was am Haus gemacht wird. Deswegen braucht es ein Recht auf grüne Fassaden. Kletterpflanzen, wie Efeu oder Wilder Wein, beschatten Häuserwände, kühlen sie durch Verdunstung und senken ihre Oberflächentemperatur um zehn bis 20 Grad. Das wirkt sich direkt auf die Wohnungen dahinter aus, die dadurch um ein bis zwei Grad weniger aufheizen.

Der Effekt geht weit über die Temperatur hinaus. Begrünte Fassaden verbessern das Mikroklima im Viertel, binden Feinstaub, dämpfen den Straßenlärm und schaffen Lebensraum für Schmetterlinge, Bienen und Vögel – jeder Quadratmeter Grün wird zu Unterschlupf und Nahrungsquelle. Jede ungenutzte Fassade in dieser Stadt ist eine vertane Chance, Oberhausen kühler, gesünder und lebenswerter zu machen. Annemarie Botzki
Wasserspiele
Zu: Brunnen und Wasserspiele auf der Marktstraße
Anzumerken ist, dass einige Einrichtungen, die vor Jahren angeschafft wurden, nicht mehr funktionieren. Ich war heute auf der Marktstraße und konnte mich vom katastrophalen Zustand der Wasserspiele überzeugen. Der Brunnen an der oberen Marktstraße, der kein Schnäppchen war, ist nur noch eingeschränkt funktionsfähig. Dass sich Kinder und Hunde nahezu gleichzeitig dort erfrischen, ist aus meiner Sicht nicht tolerierbar. Aber Knöllchen verteilen für Falschparker spült eher Geld in die Stadtkasse. So kann es nicht weitergehen. Klaus Fechner

Rasende Autofahrer
Zu: Raser auf der Katharinenstraße/Durchfahrtverbot für Lkw nicht kontrolliert
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Interessiert habe ich Ihren Artikel über die Blitzanhänger-Aktion der Stadt auf der Katharinenstraße gelesen. Mir blieb vor Erstaunen der Mund offen stehen, als ich die Ausreden der Stadt gelesen habe, warum diese angeblich das Durchfahrtverbot für Lkw auf der Katharinenstraße nicht kontrollieren darf.

Seltsamerweise wurden diese Fahrzeuge bei der ersten Blitzanhänger-Aktion 2024 auch geblitzt, selbst wenn sie sich an die vorgeschriebenen 30 Kilometer pro Stunde gehalten haben. Auf der Mülheimer Straße funktioniert das seit Jahren auch! Auf der Katharinenstraße ist das aber plötzlich Sache der Polizei.
Also mein Fazit: faule Ausreden, Zuständigkeitsgerangel, aber leider keine wirkliche Besserung in Sicht. Abgesehen davon: 67.764 Fahrzeuge innerhalb von 13 Tagen (pro Tag 5212 Fahrzeuge im Schnitt) sind für eine kleine Straße sehr viel. Zu viel! Reiner Hüls
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Ich bitte die Stoag, ihren Busfahrerinnen und ‑fahrern noch einmal dringend den Hinweis zu geben, die Geschwindigkeitsgrenzen einzuhalten. Im Zehn-Minuten-Takt rasen hier auf der Alsfeldstraße die Busse mit 50 Stundenkilometern und mehr durch. Der dadurch entstehende Lärm ist nicht auszuhalten. Personen sind gefährdet. Hier ist Tempo 30 vorgeschrieben. Elke Tewes
Altersdiskriminierung
Zu: Stoag-Chef: In Zukunft kein Bus- und Bahnticket mehr gegen Bargeld

Danke, Stoag und Herr Overkamp. So wird die Altersdiskriminierung noch größer: Ich kenne viele Seniorinnen und Senioren, die kein internetfähiges Handy oder gar kein Handy haben. Die sind dann leider außen vor. Aber das stört Herrn Overkamp und die Stoag nicht. Die haben halt Pech gehabt. Toll. Ich bin jedenfalls verärgert. Ulrich Karrasch
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Wegfall von Parkplätzen
Zu: Parkplatzfrust im Stadtteil: Irre Knöllchenflut an provisorischer Haltestelle?
Der Artikel suggeriert, dass nur die unmittelbaren Anwohner an der provisorischen Haltestelle an der Stemmerstraße 27 (Osterfeld) und gegenüber durch Wegfall von Parkplätzen erheblichen Belastungen ausgesetzt sind. Ausgeblendet wird dabei, dass die Fahrgäste im Umkreis der baustellenbedingt aufgehobenen Haltestellen Gute Straße und Stemmer Straße ja zunächst einmal fußläufig zur provisorischen Haltestelle gelangen müssen. Das sind in meinem Falle schon mal 300 Meter die ganze Odenwaldstraße hoch.

Zusätzlich kämen nochmals 180 Meter bis zur Haltestelle Elly-Heuss-Knapp dazu. Und das nur, damit der Beschwerdeführer weiterhin direkt aus der Haustür in sein Auto steigen kann. Wenn man mir zumutet, 300 Meter zur nächsten Haltestelle zu laufen, dann kann ich vom Beschwerdeführer auch verlangen, dass er 100 Meter bis zum nächsten freien Parkplatz läuft. Also ein wenig mehr gegenseitige Solidarität. Christa Rebbelmund
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So schreiben Sie an die Redaktion
Bei den hier veröffentlichten Zuschriften unserer Leserinnen und Leser handelt es sich um persönliche Meinungsäußerungen und Ansichten, die nicht der Auffassung der Redaktion entsprechen müssen. Wer uns seine Auffassung zu Oberhausener Themen mitteilen möchte, ist dazu herzlich eingeladen.
Dafür muss man eine E-Mail mit einer Betreffzeile (Thema/Artikel) und der eigenen Meinung an die Redaktionsadresse redaktion.oberhausen@funkemedien.de senden – mit vollständigem Namen und vollständiger Wohnadresse. Die Zuschriften können in der Zeitung und auf der Webseite veröffentlicht werden. Die Wohnadresse wird nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zu kürzen.
Teurer Kiosk
Zu: Neuer Kiosk in Oberhausen soll eine Million Euro kosten
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Da wird mit viel Geld der „Center-Point“, lange Zeit als städtebauliches Juwel bezeichnet, angekauft und soll mit noch mehr Geld abgerissen werden. Zusätzlich will man mit wiederum viel öffentlichem Geld einen neuen Kiosk errichten, dessen dauerhafte Existenz schon jetzt bezweifelt werden kann.
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Warum setzt sich der erfahrene Gastronom nicht mit seinem so schlüssigen Konzept im Center-Point fest? Dort wäre er nicht nur ideal zum wöchentlichen Marktgeschehen angesiedelt, er wäre auch den Bediensteten im Technischen Rathaus deutlich näher, um ihnen einen Pausenfüller zu bieten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass man auch mit deutlich weniger Geld das bestehende Kioskgebäude umrüsten könnte. Pflege und Reinigung bleiben ohnehin eine städtische Aufgabe. Hubert Filarsky

Der Neubau des Kiosks in Sterkrade ist bestimmt eine gute Idee, aber ist sie auch gut durchdacht? Wenn der Kioskpächter an 265 Tagen die Toilettenanlage reinigt, wer macht die anderen 100 Tage dort sauber? Sonst ist der schlechte Zustand doch in kurzer Zeit wiederhergestellt. Es muss vertraglich festgelegt werden, dass der Pächter die Anlage täglich reinigt. Wie lange braucht der Pächter keine Miete zu bezahlen?
Es ist darauf zu achten, dass die Anlage behindertengerecht gebaut wird. Bis jetzt hat die Stadt sich auch nicht um den miserablen Zustand der Toiletten gekümmert. Vielleicht sollte man bedenken, ob das Geld nicht besser in neue Fahrzeuge für die Feuerwehr und für die Sicherheit der Marktbesucher angelegt wäre. Heidi Wudzke
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