Zusammenfassung

  • Leserinnen und Leser äußern sich kritisch zu verschiedenen Problemen in Oberhausen, darunter häufige Fahrradunfälle, Vermüllung, marode Straßen und schwierige Service-Erfahrungen mit der Stadtverwaltung.
  • Die geplante Erhöhung der Grundsteuer auf einen Rekordwert und die damit verbundenen Mehrbelastungen stoßen auf viel Unverständnis, vor allem angesichts hoher Lebenshaltungskosten und fehlender Verbesserungen im Stadtbild.
  • Auch Stillstand bei großen Bauprojekten, schleppende politische Entscheidungen sowie mangelnde Reaktionen auf Bürgerhinweise werden mehrfach bemängelt.

Jede Woche erreichen uns etliche Leserbriefe. Auch in den vergangenen Wochen trudelten Mails mit den Argumenten und Meinungen unserer Leserschaft ein. Hier veröffentlichen wir die Ansichten unserer Leserinnen und Leser. Sie müssen sich nicht mit der Meinung der Redaktion decken. In den Briefen geht es um die vielen Fahrradunfälle an Radquerungen, die Vermüllung in der Stadt, den Service des Rathauses – und natürlich die geplante Grundsteuer-Erhöhung auf den Negativ-Rekordsatz von 922 Prozent.

Zu: Termin beim Facharzt

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Vor einigen Tagen hatte ich ein gesundheitliches Problem und benötigte einen Facharzt. Ich dachte: Das kann ja heiter werden! Also habe ich in der Praxis, die ich bereits von früher kannte, angerufen. Nach zehn Sekunden war eine Dame am Telefon. Die Dame hat zugehört und gesagt, ich könne jeden Tag zwischen 8 und 9 Uhr ohne Termin vorbeikommen; allerdings Wartezeit mitbringen. Ich fuhr sofort zu diesem Arzt und musste 20 Minuten warten. Ein für mich neuer Arzt (Gemeinschaftspraxis) hat sich mein Problem in Ruhe angehört und die Untersuchung durchgeführt. Mit seiner Hilfe bin ich auf dem Weg, mein Problem zu lösen. Man sieht, so kann es auch gehen. Leider ist das aber die Ausnahme. Bei den meisten Ärzten geht noch nicht einmal jemand ans Telefon. Sabine Szerzant

Zu: Zu viele Fahrradunfälle an Radquerungen: „Das kann so nicht bleiben“

Ich empfinde die Radquerungen auch als gefährlich. Einige sind in der Regel zwar gut einsehbar, allerdings finde ich die Radquerung auf der Hagedornstraße absolut schlecht einsehbar. Bevor man den Radweg sieht, ist die „Schnauze“ vom Auto schon mitten auf dem Weg. Wenn der Radfahrer (m/w/d) angerast kommt, hat der Autofahrer kaum eine Chance, einen Unfall zu vermeiden. Ich denke, das Anbringen von Spiegeln wäre an einigen Stellen, besonders auf der Hagedornstraße, sinnvoll. Es gibt passionierte Radfahrer, die verlauten lassen, man müsse die Autofahrer erziehen. Wenn ich Fahrrad fahre, stelle ich persönlich meine Gesundheit ganz klar vor den Erziehungsaspekt. Ulrike Kayser

Bestätigt durch die Vielzahl von zum Teil sogar schweren Unfällen gab es offensichtlich die vorausgegangenen Diskussionen zu Recht. Nun sollen (kostenträchtige) Verkehrsbeobachtungen und Bremsschwellen in Betracht gezogen werden. Dabei ließe sich das Problem einfacher durch die vernünftige Anwendung von Physik entschärfen.

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Wenn für ALLE Verkehrsteilnehmer an den Übergängen Schrittgeschwindigkeit gefordert wird (also konkret Tempodrosselung auch auf dem Radweg), wären zumindest die schweren Unfälle Geschichte. Regelungen dieser Art gibt es im Straßenverkehr an anderen Stellen zuhauf und sie haben sich oft bewährt. Bei den klammen Stadtkassen wäre dies zudem noch eine kostengünstige Lösung. Bitte, liebe Verkehrsplaner und politische Entscheider, nehmt die Tönung aus der Brille. Das kann Leben retten. Leopold Harpering

Zu: Grundsteuer-Erhöhung auf 922 Prozent

Der Grundsteuersatz wird wohl auf 922 Prozent angehoben. Die Politik sieht keine andere Chance mehr, um die Haushaltsdefizite auszugleichen. Je nach Immobilie bedeutet dies eine Mehrbelastung von 75 bis 265 Euro pro Jahr, die die Eigentümer tragen – und deren Mieter. Wenn solche Maßnahmen die einzigen Mittel sind, um Haushaltslöcher zu schließen, stellt sich die Frage, wie lange dieses Konzept noch funktioniert. Auch bei weiteren Einsparungen wird man schnell an eine Grenze kommen, das ist doch heute schon gut zu erkennen. Die maroden Straßen sind ein gutes Beispiel. Der Zustand mancher Straßen lässt ein gefahrloses Befahren mit dem Auto oder Rad oftmals gar nicht mehr zu.

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Die letzten Jahre haben doch gezeigt, welche Parteien von der Unzufriedenheit der Menschen profitieren. Wenn man zu allem Überfluss dann noch Geld in unsinnige verkehrspolitische Maßnahmen wie den Umbau der Kreuzung Duisburger/Concordiastraße steckt, ist die Steilvorlage perfekt.

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Es reicht nicht aus, ständig auf Unterfinanzierungen für die von Bund und Land übertragenen Aufgaben zu verweisen. Dann müssen, egal auf welcher Ebene, Lösungen gefunden werden. Dass es so nicht mehr weitergehen kann, dazu braucht man kein Politexperte zu sein. Der neue Oberbürgermeister hat mit seinen Ankündigungen im Wahlkampf die Messlatte sehr hoch gelegt. Er kann sicher sein, dass er von den Oberhausener Bürgern daran gemessen wird. Ingo Schubeis

Erster Jahresempfang von Oberbürgermeister Thorsten Berg
Nach Ansicht von Lesern hat der neue Oberbürgermeister Thorsten Berg (SPD) die Messlatte für seine Leistungen in der Amtszeit bereits im Wahlkampf recht hoch gelegt. © FUNKE Foto Services | Michael Dahlke

Zu: Erhöhung der Grundsteuer auf 922 Prozent

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Endlich ist die Katze aus dem Sack: Erhöhung der Grundsteuer. Viele hatten vor einem gesplitteten Steuersatz für Gewerbe und Wohnbereich gewarnt, jetzt rudert man zurück, entlastet das Gewerbe, verteuert massiv das Wohnen. Satte 26 Prozent Erhöhung in einer Stadt, in der Nebenstraßen riesige Schlaglöcher offenbaren, wo Umbaumaßnahmen monatelang zu Einschränkungen führen und man trotzdem teure Modernisierungen für Einkaufsstraßen plant, die immer größere Leerstände aufweisen. Diese Erhöhung der Grundsteuer ist unsozial, trifft sie doch ausschließlich kleine Wohnbesitzer und Mieter. Das ist für Parteien, die sich „sozial“ und „christlich“ nennen, kein Ruhmesblatt. Der Bürger wird belastet mit hohen Energiekosten und einer ansteigenden Inflationsrate – wie lange kann man noch die Menschen immer weiter zur Kasse bitten? Norbert Heyer

Zu: Interview mit dem neuen SPD-Ratsfraktionschef Manuel Prohl

Ich wünsche Herrn Prohl viel Erfolg bei seiner neuen Aufgabe, die er mit dem Versprechen angeht, dass es nur eine demokratische Mehrheit gibt. Gemeint ist sicherlich die Mehrheit der demokratischen Mitte. Allerdings muss er bei seiner Arbeit auch die Bürger ernst nehmen und darf sie nicht als uninformierte (dumme) Menschen darstellen. Rückblickend auf Fehlentscheidungen der SPD-Fraktion hat er den Bürgern, die 2015 beim Bürgerentscheid gegen den Ausbau der Straßenbahnlinie 105 gestimmt haben, die Schuld für den komplett misslungenen Plan gegeben. Dabei hat die damalige Planungsdezernentin (Grüne) bewusst Informationen für die Öffentlichkeit zurückgehalten.

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Die SPD und die Grünen hatten zu der Zeit die Mehrheit im Stadtrat und haben sich vor der schwierigen Entscheidung gedrückt und sie auf die Bürger abgewälzt. Die damalige Planung sah alternativlos die Streckenführung über das Stahlwerksgelände mit einer aufgeständerten Trasse vor und hätte das damals noch unbeplante Stahlwerksgelände prägend zerschnitten. Die Oberhausener Bürger haben somit damals eine weise Entscheidung getroffen, die die Zukunft nicht verbaut und jederzeit eine vernünftige städtebauliche Entwicklung ermöglicht. Die heutige ebenerdige Streckenführung ist für die vorgesehene Planung wesentlich vorteilhafter. Die Bürger können daher heute durchaus für den Ausbau sein. Reiner Bartel

Portait Manuel Prohl
Klare Aussagen von SPD-Fraktionschef Manuel Prohl im Interview mit der Redaktion haben einige Reaktionen der Leserinnen und Leser ausgelöst. © FUNKE Foto Services | Lars Fröhlich

Zu: Personalabbau im Rathaus – Interview mit Manuel Prohl (SPD) zur Koalition

Wir haben am 14. September 2025 gewählt. Und eine Stichwahl hatten wir auch. Nur eine Koalition im Rathaus haben wir immer noch nicht. Manuel Prohl, Fraktionschef der Oberhausener SPD, sagt, über eine mögliche Zusammenarbeit mit der CDU laufen offiziell zwar Gespräche – doch nach einer festen Koalition sieht es nicht aus. Vor einiger Zeit äußerte sich die CDU: „Wir lassen uns nicht drängen.“ Ich weiß nicht, wie lange sie diesen Zustand noch aufrechterhalten wollen. SPD fordert Rathaus für Familien, Oberhausen will Grundsteuersatz erhöhen. Es soll einen Personalabbau im Rathaus geben. Was passiert mit dem Möbelhaus Finke? Wann wollen sie eine Koalition verkünden? Dieter Hoffmann

So schreiben Sie an die Redaktion

Anmerkung der Redaktion: Bei den hier veröffentlichten Zuschriften unserer Leserinnen und Leser handelt es sich um persönliche Meinungsäußerungen und Ansichten, die nicht der Auffassung der Redaktion entsprechen müssen. Wer uns seine Ansichten zu Oberhausener Themen mitteilen möchte, ist dazu herzlich eingeladen.

Dafür muss man eine E-Mail mit einer Betreffzeile, um welches Thema und um welchen Artikel es geht, und der eigenen Meinung an die Redaktionsadresse redaktion.oberhausen@funkemedien.de senden – mit vollständigem Namen und vollständiger Wohnadresse. Die Zuschriften können in der Zeitung veröffentlicht werden. Die Wohnadresse wird nicht veröffentlicht. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zu kürzen.

Zu: „Zehn Jahre Stillstand am Ex-Finke-Möbelhaus“ und „Neues Stadtviertel am Centro“

Bezirksbürgermeisterführung durch Sterkrade
Regt immer noch viele Bürger in Oberhausen auf: Schon seit zehn Jahren passiert nichts mit dem ehemaligen Möbelhaus Finke mitten in der Sterkrader Innenstadt. © FUNKE Foto Services | Kerstin Bögeholz

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Danke, dass Sie mit Ihrer Berichterstattung immer wieder umfassend und deutlich auf den Handlungsbedarf beim Ex-Finke-Möbelhaus hinweisen. Mit der Realisierung eines neuen Stadtviertels auf dem ehemaligen Stahlwerksgelände am Centro sollte meines Erachtens erst begonnen werden, wenn die stadtgestalterischen und stadtplanerischen Defizite in den historischen Stadtteilzentren Oberhausens beseitigt sind. Hierzu gehören zwingend eine notwendige Reduzierung der Leerstände im Bereich des Hirsch-Zentrums und des Geschäftshauses am Kleinen Markt (ehemals Kaufland) – durch eine Nutzungsänderung (z.B. als Hochschul- bzw. Wissenschaftsstandort oder durch Schaffung von Wohnraum), eine Überplanung und Aufwertung der unbebauten Freiflächen. Wir benötigen insbesondere die Wiederbelebung des alten Sterkrader Zentrums durch eine Bebauung des bisherigen Möbelhausgrundstückes mit einem neuen, multifunktional nutzbaren und architektonisch ansprechenden Gebäude.

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Ein Hauptakteur könnte hierbei sicherlich die Stadtsparkasse sein, die seinerzeit leider auf Bestreben der politischen Parteien den historischen Standort im Umfeld des Neumarktes zugunsten einer Ankermieterfunktion im unschönen und unsauberen Sterkrader Tor aufgegeben hat. Die hierdurch eingetretene Reduzierung der Frequentierung der Fußgängerzone hat sich nicht positiv auf die Umsatzsituation der alten Sterkrader City ausgewirkt. Die Stadtsparkasse hat sich glücklicherweise bereits in den letzten Jahren durch mehrere sinnvolle Investitionen in Alt-Oberhausen und in Sterkrade (Kreuzungsbereich Bahnhofstraße/Steinbrinkstraße) positiv in die Stadtentwicklung eingebracht. Sie sollte dies fortsetzen. Ulla Rozek

Neubau : Wohnungen im ehemaligen Kaiser&Ganz Gebäude
Die Stadtsparkasse Oberhausen hat das schwierige Projekt in der Innenstadt von Sterkrade erfolgreich bewältigt: Auf der lange leer stehenden Brache an der Ecke Bahnhofstraße/Steinbrinkstraße (früher Kaiser & Ganz Gebäude) steht nun ein modernes Wohnhaus. © FUNKE Foto Services | Kerstin Bögeholz

Zu: Vermüllung im Stadtgebiet, hier Deponie Hühnerheide

Seit über 14 Tagen versuche ich – ebenso wie andere Mitbürger – die Stadt Oberhausen dazu zu bewegen, die mittlerweile unhaltbaren Zustände der Vermüllung auf der Deponie an der Hühnerheide zu beseitigen. Der Mülleimer am Eingang des Geländes läuft seit Wochen über. Dieser Abfallbehälter wird inzwischen zusätzlich von Wildtieren auseinandergezogen, sodass sich der Müll mittlerweile großräumig auf dem Gelände verteilt. Trotzdem scheint sich bei der Stadt niemand zuständig zu fühlen. Zusätzlich haben offenbar einige Personen auf dem obersten Plateau vor Wochen eine Grillparty gefeiert und ihren Müll anschließend nicht entsorgt, sondern einfach liegen gelassen. Dort befinden sich mittlerweile große Mengen an Glas, Verpackungen und Essensresten. Gerade mit Hunden oder kleinen Kindern ist ein Besuch des oberen Plateaus inzwischen kaum noch möglich, da überall Glasscherben herumliegen. Das stellt nicht nur ein unschönes Bild dar, sondern ist auch eine echte Gefahrenquelle. Andreas Venten (Mail vom 6. März)

Häufig zu stark vermüllt: Die frühere und heute begrünte Deponie Hühnerheide im Oberhausener Norden.
Häufig zu stark vermüllt: Die frühere und heute begrünte Deponie Hühnerheide im Oberhausener Norden.© FUNKE Foto Services | Hans Blossey

Zu: Schäden an öffentlichen Plätzen und Straßen

Seit Ende Januar 2026 ist in Schmachtendorf die Straßenlaterne auf der Norbertstraße, direkt vor Haus Nr. 15, defekt. Dieses wurde Anfang Februar bereits von mehreren Anwohnern telefonisch bei der Stadt gemeldet. Auch ich bin aktiv geworden und habe es am 11. Februar online auf dem Serviceportal, mit Angabe meiner E-Mail-Adresse und Mobilfunknummer, der Stadt Oberhausen mitgeteilt. Bis heute habe ich keine Reaktion erhalten. Fazit: Es ist fast Ende März und die Laterne ist immer noch defekt! Da stellt sich mir die Frage: Wofür gibt es denn ein Serviceportal, wenn auf Hinweise nicht reagiert wird? Schade!!! Benno Talhoff

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