Zusammenfassung
- Bürger aus Oberhausen äußern in Leserbriefen ihre Meinung zu aktuellen Stadtthemen wie Grundsteuer, Verkehrsplanung, Kirchen und lokale Politik.
- Die Zuschriften zeigen viel Unmut über kommunale Entscheidungen, Versprechen des Oberbürgermeisters und wirtschaftliche Entwicklungen, etwa bei Buskäufen oder Rentenkürzungen.
- Auch soziale Themen wie Schließungen von Geschäften und Kirchen, Familienversorgung und Alltagsprobleme sorgen für große Diskussionen.
Noch vor den Sommerferien, die in diesem Jahr am dritten Juli-Wochenende starten, möchten etliche Oberhausener ihre Meinung zu kontroversen Stadtthemen loswerden. Zahlreiche Mails erreichen die Redaktion unter der E-Mail-Adresse redaktion.oberhausen@funkemedien.de zu emotionalen Themen. Diese reichen von vermüllten Gehwegen über Kirchenschließungen, Versprechungen des Oberbürgermeisters im Wahlkampf und den Rückbau neuer Radquerungen bis hin zu Grundsteuer-Negativrekord und Babcock-Renten.
Zu: Oberbürgermeister Thorsten Berg dämpft Hoffnung
Auch interessant
Zitat aus dem Artikel: „Dabei hatte Berg die Erwartungen der Oberhausener schon zu Beginn realistisch charakterisiert: Wir erwarten ja alle keine Wunder.“ Im Wahlkampf hatte der Sozialdemokrat allerdings noch genau den Eindruck vermittelt, dass er all diese Dinge als Chefsache regeln könne, die unter Herrn Schranz (CDU) zu Chaos in Oberhausen geführt hätten. Viele vollmundige Versprechungen sind leider genau das geblieben: Versprechungen. Hans-Jürgen Pelzers
Auch interessant
Zugegeben: Politiker und ihre Versprechungen sind immer ein heikles Thema. Vielleicht sollten die Menschen manchmal auch ein wenig nachsichtiger sein, wenn mal im Eifer des Gefechtes das Herz auf der Zunge des wahlkämpfenden Kandidaten liegt. Die Schamlosigkeit, mit der der aktuelle Oberbürgermeister zu Werke geht, ist aus meiner Sicht aber ziemlich beispiellos. Bereits wenige Tage nach seiner Wahl behauptete Herr Berg ernsthaft im Interview auf die Frage nach seinen Versprechen, er hätte in Wirklichkeit gar keine abgegeben. Dabei hatte er systematisch und gebetsmühlenhaft versucht, den Menschen einzureden, unter seiner Führung seien vorhandene Probleme im Nu zu lösen, und nannte explizit Beispiele wie knapper Wohnraum, schlechtes Baustellen-Management, fehlende hochwertige Arbeitsplätze, Sicherheit und Sauberkeit oder Verzögerungen bei Projekten. Inzwischen erklärt uns Herr Berg bei jeder Gelegenheit ausgiebig, warum wir vorerst überhaupt nicht mit Verbesserungen rechnen dürfen. Acht Monate nach seinem Amtsantritt erkenne ich nicht den Ansatz eines Planes oder auch nur ein Ziel, wo er mit uns hinwill. Das lässt nichts Gutes ahnen. Norbert Schmenk
Zu: Oberbürgermeister in Sorge: „Menschen verlieren Vertrauen in den Staat“
Auch interessant
Eigentlich ein Mut machender Artikel, da er Hoffnung weckt, wenn der Landesfürst persönlich in Oberhausen vorbeischaut, um den hiesigen Problemen Gehör zu geben. Die Stadtentwicklung zeigt sich aber leider nicht nur in den positiven und populären Projekten, sondern auch bei einem Spaziergang über die viel zitierte Marktstraße, am besten in den Abendstunden. Dies hätte die wahre Alltagsatmosphäre eines großen Teils der Oberhausener Bürger mit den einhergehenden Problemen realistisch dargestellt. Das will aber irgendwie keiner sehen. Demnach passt der Titel des Artikels bedauerlicherweise haargenau. Eva Zillich
Zu: Stoag baut E-Flotte aus – und kauft chinesische Linienbusse

Auch interessant
Die deutsche beziehungsweise europäische Kfz-Industrie verliert tausende Arbeitsplätze und die öffentliche Hand hat nichts Besseres zu tun, als die Entwicklung zu befeuern und die „wirtschaftlichste“ Lösung zu wählen, indem hochsubventionierte, chinesische Busse gekauft werden! Wenn schon Kommunen nicht mit gutem Beispiel vorangehen und deutsche beziehungsweise europäische Hersteller unterstützen, wie soll sich dann der Bürger dafür entscheiden, nicht subventionierte chinesische, sondern wirtschaftlich kalkulierte Kfz aus Europa zu kaufen, an denen so viele Arbeitsplätze hängen? Andreas Matuszczak

Zu: 922 Prozent Grundsteuer-Rekord: Top-Jurist rechnet mit Klagen gegen Oberhausen/Absenkung der Babcock-Betriebsrenten
Auch interessant
Zwei Nachrichten an einem Tag: Die unendliche Geschichte um die Grundsteuer geht weiter – die Stadt braucht Geld und will an der Preisschraube drehen – und gleichzeitig will Babcock die Betriebsrenten absenken. Immer sind nur die Bürger betroffen, die jetzt schon steuerlich bis zum Anschlag belastet sind. Parken wird teurer, Verwaltungsgebühren werden angehoben, aber Schlaglöcher, marode Bürgersteige und Unkraut ohne Ende nehmen zu. Es gibt ein Missverhältnis zwischen dem alles bezahlenden Bürger und Menschen, die vollumfänglich vom Staat versorgt und niemals gezwungen werden, ihren Lebensunterhalt mit eigener Arbeit zu sichern, soweit es ihnen zumutbar ist. Das ist sozialer Sprengstoff und das wird uns auf die Füße fallen. Norbert Heyer

Auch interessant
Zu: Kürzung der Babcock-Betriebsrenten
In jungen Jahren als Babcock-Mitarbeiter hat man sich schon Gedanken gemacht und für das Rentenalter vorgesorgt. Deshalb habe ich wie viele andere Mitarbeiter in die Babcock-Pensionskasse eingezahlt. Nach der Insolvenz von Babcock wurde die Pensionskasse von anderen Dienstleistern übernommen und die späteren Rentenauszahlungssummen wurden jedes Mal verringert. Nach der Übernahme der Babcock-Pensionskasse hat sich die Situation nicht verbessert. Es konnten keine neuen Mitglieder in die Pensionskasse eintreten und somit konnten keine Gelder zur Abwicklung der geschäftlichen Aktivitäten erwirtschaftet werden. Die derzeitigen Rentner und Rentnerinnen müssen auf hohe Summen verzichten und die zukünftigen Rentner bekommen dann noch weniger oder erhalten durch die Insolvenzen noch nicht einmal die eingezahlten Beiträge. Die Bundesregierung plädiert für die private Altersvorsorge. Aber so wie die Babcock-Pensionäre es jetzt erleben, kann es den späteren Pensionären auch ergehen. Hartwig Erpenbach
So schreiben Sie an die Redaktion
Bei den hier veröffentlichten Zuschriften unserer Leserinnen und Leser handelt es sich um persönliche Meinungsäußerungen und Ansichten, die nicht der Auffassung der Redaktion entsprechen müssen. Wer uns seine Auffassung zu Oberhausener Themen mitteilen möchte, ist dazu herzlich eingeladen.
Dafür muss man eine E-Mail mit einer Betreffzeile (Thema/Artikel) und der eigenen Meinung an die Redaktionsadresse redaktion.oberhausen@funkemedien.de senden – mit vollständigem Namen und vollständiger Wohnadresse. Die Zuschriften können in der Zeitung und auf der Webseite veröffentlicht werden. Die Wohnadresse wird nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zu kürzen.
Zu: NRW fördert Ameos-Geburtshilfe mit fast 390.000 Euro
Auch interessant
Der Artikel suggeriert durch die Überschrift eine gute Nachricht zur Geburtshilfe am Ameos-Klinikum St. Clemens. Der Inhalt des Artikels aber beschreibt die Situation ganz anders. Man gewinnt den Eindruck, als seien die Eltern mit ihren Kindern in der Geburtsklinik am Ameos-Klinikum weniger gut versorgt – nur, weil diese Klinik finanzielle Förderung des Landes NRW bekommt und das Evangelische Krankenhaus EKO „auf eigenen Beinen stehen“ kann. Der Artikel liest sich wie eine Abwerbung von Geburten weg vom Ameos-Klinikum hin zum EKO. Ein Blick auf die Internetseite des Ameos-Klinikums aber beschreibt die vielfältige Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit einem breiten Spektrum an medizinischen Disziplinen: Kinder- und Jugendmedizin mit Neugeborenen-Intensivstation und kinderneurologischem sowie pulmologischem und gastroenterologischem Schwerpunkt: www.ameos.de/klinikum-st-clemens-oberhausen. Aus zahlreichen Gesprächen weiß ich, dass dort eine hervorragende medizinische Betreuung gewährleistet ist, gerade auch was die Betreuung im Kreißsaal betrifft. Es ist gut, dass es in Oberhausen zwei Geburtsstationen mit ihrem je eigenen Schwerpunkt gibt – und das noch hoffentlich lange. Johannes Schoenen
Zu: Stadt lässt Radquerung an der Fahnhorststraße zurückbauen

Sechsmal missachten Pkw-Fahrer die Verkehrsregeln und verletzen dadurch Zweiradfahrer. An einer Stelle, die mit „Vorfahrt achten“-Schildern ausgestattet ist, an der die Querung rot markiert ist und sich unmittelbar daneben ein Zebrastreifen befindet. Wenn Autofahrer die Zweiradfahrer „zu spät wahrnehmen“, sind sie schlicht zu schnell unterwegs. In Paragraf 8, Absatz 2 der Straßenverkehrsordnung steht: „Wer die Vorfahrt zu beachten hat, muss rechtzeitig durch sein Fahrverhalten, insbesondere durch mäßige Geschwindigkeit, erkennen lassen, dass gewartet wird. Es darf nur weitergefahren werden, wenn übersehen werden kann, dass derjenige, der Vorfahrt hat, weder gefährdet noch wesentlich behindert wird.“

Täglich (außer Samstag)
Oberhausen-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!
Nachrichten, Service, Reportagen: Jeden Tag wissen, was in unserer Stadt los ist.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Und was tut die Stadt Oberhausen nun? Anstatt die Sicherheit der Zweiradfahrer durch „Berliner Kissen“, die die Geschwindigkeit deutlich reduzieren, zu erhöhen, wird den Pkw-Fahrern wieder Vorfahrt gewährt. Täter werden belohnt, Opfer bestraft. Eine seltsame Logik – diese dann auch noch mit der „Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer“ zu begründen, ist schon dreist. Die Oberhausener Politik ersetzt hier die Stärke des Rechts durch das Recht des Stärkeren; dieses Einknicken vor der Autolobby zeigt wieder einmal, wie rückwärtsgewandt und autozentriert die Oberhausener Verkehrspolitik ist. Thomas Michel
Auch interessant
Zu: Sanierungsstau in Millionenhöhe an katholischen Kirchen in Oberhausen
Auch interessant
Manches ist seltsam bei der Kirche (gemeint sind Beispiele der katholischen Kirche): Auf der einen Seite riesige Kosten für den Erhalt von Gebäuden, auch bei Kirchen, die noch vor wenigen Jahren zu Denkmälern erhoben wurden und jetzt still vor sich hinbröckeln und Kosten verursachen, weil keine Nachnutzung gefunden wurde. Auf der anderen Seite sollen Kirchen geschlossen und verkauft oder abgerissen werden, obwohl sie seit fast 20 Jahren weder dem Bistum noch der Pfarrei Kosten verursachen, weil sie durch einen Träger- oder Förderverein finanziert werden. Nein, da werden lieber Kirchen mit Millionenaufwand erhalten und kostenlose Gotteshäuser werden aufgegeben. Ja, seltsam, um es freundlich zu formulieren. Ulrich Karrasch
Zu: Streit um laute Kirchenglocken / Spielwarenladen in Oberhausen schließt: Kunden traurig
Auch interessant
Wie viele Jahre existiert diese Kirche? Wahrscheinlich gibt es neue Nachbarn, die vermutlich erst vor Kurzem dorthin gezogen sind. Auf einmal wird das Kirchenläuten zum Problem. Dann ziehe ich da doch erst gar nicht hin. Das würde in jeder Gemeinde in Bayern belächelt werden. Hier wird es zum Problem gemacht. Als gäbe es nichts Wichtigeres. Britta Meyer

Was ist mit den Leuten los? Es wird an der Kirchensteuer gespart, es wird sich über das Glockenläuten beschwert, Traditionsbäcker und Traditions-Spielzeugläden müssen schließen. In der Endphase war bei den Spielzeugläden („Lausberg“) und Konditoren (Kühnen) die Hölle los. Sicher ist alles erheblich teurer geworden, und man muss schauen, wie man das alles bewerkstelligen kann. Es gibt aber Kinder, Rentner oder andere Menschen, die sich kein Brot oder sonstiges überhaupt leisten können und schon zusätzliche Arbeitsstellen haben. Man nimmt den Menschen in der Stadt, die sowieso schon benachteiligt sind, noch ihre Anlaufstellen. Jeder sollte sich mal überlegen, ob man jeden Tag zum Beispiel bei Amazon etc. bestellen muss, ob man wirklich das hundertste Paar Schuhe braucht. Man sollte lieber mal 10 Euro der Kirche spenden, mal beim Traditionsbäcker ein Stück Kuchen kaufen oder ein Geschenk für das Enkelkind/Kind bei einem stationären Spielzeugladen kaufen. Ein Gedankenanstoß für alle, die es eventuell nicht ganz so schlecht haben. Meike Moede
Weitere Stimmen von Leserinnen und Lesern lesen Sie hier:




























